Ergieße Sehnsucht, Inbrunst, Glut und Glanz!
Mein Herz empfängt die tödlichen Gewalten,
Wie ein vergöttert Haupt den Sternenkranz.
Wir fanden im Zwielicht hohe Wege,
Ein trauriger Wind ward fernher rege.
Die schwarzen Büsche, die sich bücken,
Zerbläst sein Wehn,
Der Himmel blitzt weiß durch Blätterlücken,
Die schnell vergehn.
Das Herz wird uns schwer, der Fuß wird müde,
Wie wenn uns ein Hauch mit Furcht belüde.
Die böse Zeit in Schicksalsgründen
Für immer schwand;
Was kann uns der Wind für Unheil künden,
Uns Hand in Hand?
Er kommt von den Hügeln, wo wir klagten,
Von Wolken und Winden nur umjagten,
Verlornen, wo auf bleicher Erde
Nichts wächst, nichts bleibt,
Kein wandernder Schäfer seine Herde
Vorübertreibt.
Die Sage weiß von eines Brunnens Tugend,
So fruchtbar und geheimnisvoll erlaucht,
Daß er den Greis, der wankend untertaucht,
Verwandelnd schmückt mit neugewirkter Jugend.
Sieh, wie der Leib, der seiner Kraft vertraut,
Sich selig hebt aus den erglühten Wogen,
Von ihrer Inbrunst schwellend vollgesogen,
Mit frischen Lebens Morgenrot betaut,
Bald an sich selbst, bald an der Welt sich weidet,
Die Arme breitend nach der Frühlingsflur,
Mit wundertätgen Tropfen sie befeuchtend,
So wenn mein Herz aus deinen Armen scheidet,
Grüß ich verjüngt die lachende Natur,
Von deiner Kraft und deiner Schönheit leuchtend.