Denn unsre Liebe hat zu heiß geflammt,
Die wir entrissen alten Göttermächten.
Von Sterblichen verdammt
Schlug sie empor in unterirdschen Nächten.

Sie loderte wie Fackeln überm Grab.
Der Sterne Heer zerschmolz in ihrem Hauch
Und troff auf sie herab.
So schmolzen schmerzlich unsre Seelen auch.

O Wohlgeruch, o Glut! O Lust und Glanz!
O Qual, nie nah genug so nah zusammen!
Empfang uns endlich ganz,
Abgrund der Nacht, in deinen Liebesflammen.

Der Liebe Meer versiegte nicht, es schwoll,
Sich selber speisend, hoch um unsre Wege.
Erst netzt es unsre Füße Schaumes voll,
Dann hub es sich bis an des Herzens Schläge.
Einst kommt der Tag, in seines Schwellens Drang
Reißt es vom Gipfel uns, dem kaum errungnen,
Und überflutet höchsten Glückes Gang,
Und rauscht Gesänge über uns Verschlungnen.

In jener Zeit, da ich dich nicht mehr nannte,
Schuf ich ein Weihgefäß aus edler Erde
Und barg darin, die einst an dir entbrannte,
Die Flamme, daß sie rein gehütet werde.
Von der empfangnen Brunst errötend bebte
Das Weihgefäß, doch sprang es nicht entzwei.
Kein Funken meiner Liebesglut entschwebte!
Nun nimm es du, daß es dir heilig sei.

Schwill an, mein Strom, schwill über deine Weide,
Umschlinge Haupt und Stamm zu dir hinab.
Daß sich kein Blatt aus deiner Flut mehr scheide,
Taucht sie die Zweige schluchzend in dein Grab.
Daß dich doch dürstete, wie sie verschmachtet!
Verzehre sie, wie sie dich trinken will!
In dich gebogen, ganz von dir umnachtet,
Von dir verschlungen wird die Seele still.