Justus

(steht nun gleichfalls auf, tritt dicht an Christian heran)

Solltest du nie befürchtet haben, daß ein gewisser Brief entdeckt werden könnte? —

Christian

(weicht unwillkürlich etwas zurück — dann spottkalt)

Ah, Herr Polizeikommissar —

Justus

In der Tat — das ist mein Beruf — mit dem ich mich jetzt vollkommen ausgesöhnt habe — seit einem Monat wiegesagt, als ich in einer auswärtigen Chemikalienfabrik — (er unterbricht sich, greift nach der Mappe) — aber wollen wir uns nicht wieder setzen? an diesem „außerordentlich warmen Tag“? — (er nimmt Platz, während Christian stehen bleibt und sich fest auf eine Stuhllehne stützt, die er bei dem Wort „Chemikalienfabrik“ umklammert hat) — also als ich in einer Chemikalienfabrik einen ungetreuen Buchhalter festnehmen sollte und bei Durchsicht der Bureaupapiere zufällig einen Geschäftsbrief fand, worin ein gewisser Christian Wach, laut seiner aufgedruckten Adresse angeblich Apothekenbesitzer, eine Partie Medikamente bestellt hat, darunter auch einige heftige Gifte, etwa fünf Wochen vor dem Tode (auf das Porträt weisend) seiner teuren Erbtante Brigitte. (Wieder die Hand auf die Mappe legend) Hier hab ich das menschenfreundliche Schriftstück.

Christian