Justus

Du bist mir unheimlich, Christian —

Christian

Hahaherrlich! Siehst du, wie ich mich freue! das war doch endlich ein ehrliches Wort! — Aber im Ernst: hast du wirklich nicht gemerkt, wie ich brenne auf eine Aussprache, eine wirklich vertrauliche Aussprache, nach meiner unfreiwilligen Einsamkeit? Mit der alten Anne, so redlich sie ist, kann man doch blos das Einfachste reden; und andre Freunde hab ich ja nicht. — (Es klopft, und Anne tritt mit dem Sanitätsrat ein) — Ah, lieber Geheimrat, alter Freund, nett daß Sie auch auf den Busch klopfen kommen; ich fühle mich recht behaglich heute (er weist auf die Stühle neben sich).

Sanitätsrat

(hinter dem Tisch Platz nehmend)

Kann mir’s denken, verehrtester Herr Kollege von der finanziellen Fakultät; traf eben den Bürgermeister, gratuliere — (sich verneigend) zu der neuen Würde und Würdigung. Ist ja ein wahrer Triumph der Gerechtigkeit; schade, daß Sie keine Zeitungen lesen. Die ganze Presse singt Ihnen Hosianna; selbst die Sozi blasen ins Jubelhorn. (Zu Justus, der stehen geblieben ist) Ich genier Sie doch nicht, Herr (gedehnt) Polizeikommissar —?

Justus

Keineswegs, Herr Geheimer Sanitätsrat; ich wollte mich ohnehin empfehlen. Ich kam nur her, um meinem Vetter die gebührende Abbitte zu leisten.

Christian