II. Abschnitt.
Das Damenreitpferd.
1. Äußere Kenntnis des Pferdes.
Wenn eine Dame reiten lernen will, so ist es unbedingt nötig, daß sie sich mit dem Tiere, dem sie sich anvertraut, auch etwas näher bekannt macht. Das Pferd ist zwar keine Maschine, nichts weniger als das, aber auch jeder Maschinenführer muß die Technik seiner Maschine kennen, welche er führen soll, sonst gibts ein Unglück. Hier liegt die Sache ähnlich. Auch technisch soll und muß die Dame ihr Pferd kennen, selbst wenn es nur ein Leihpferd ist. Ist sie aber in der glücklichen Lage, ein oder zwei Pferde zu besitzen, so muß sie sich durch den Umgang mit derselben, auch wenn sie nicht zu Pferde steigt, – also z. B. durch öftere Besuche im Stall unter Darreichung von Leckerbissen und hauptsächlich Sprechen mit dem Tiere – das Vertrauen derselben zu erwerben suchen. Wir werden noch darauf zurückkommen, jetzt uns aber kurz mit den technischen Benennungen der einzelnen Teile des Pferdekörpers bekannt machen.
Die Hauptteile des Pferdekörpers (Fig. 6) sind: der Kopf (I), der Hals (II), der Rumpf (III) und die Extremitäten (IV).
In bezug auf die Reiterei teilt man das Pferd in 3 Teile ein, und zwar in
A) die Vorhand: Kopf, Hals, Schultern, Brust und Vorderbeine –,
B) die Mittelhand: Rücken, Lendenpartie, Flanken und Bauch –,
C) die Hinter- oder Nachhand: Kruppe mit Schweif und die Hinterbeine.