»Na, wenn die Sache so absolut sicher ist ... Aber wie soll ich mich nun für den zu erwartenden Riesengewinn revanchieren?«
»Indem Herr Hauptmann mir ebenfalls einen kleinen Tip geben.« Der junge Offizier trat ein wenig näher und sprach halblaut: »Unsereins da in der Provinz hat doch keinen Schimmer, was wirklich passiert ... also glauben Herr Hauptmann, daß es Krieg geben wird?« Es war dieselbe Frage, die in diesen aufgeregten und schweren Zeiten auf aller Lippen stand.
Gaston zuckte mit den Achseln.
»Da fragen Sie mich zuviel, Herr Segebrecht. Das kann kein Mensch in diesem Augenblick wissen.«
»Nun, ich meine, die Herren im Generalstabe können doch aus den ihnen zugewiesenen Arbeiten immerhin einige Schlußfolgerungen ziehen.«
»Ganz recht, aber Sie überschätzen mich. Ich bin in dem Riesenbetrieb nur ein ganz kleines Rädchen, das an dem ihm zugewiesenen Platze mechanisch sein Pensum herunterschnurrt.«
Der kleine Dragoner machte ein etwas niedergeschlagenes Gesicht.
»Herr Hauptmann wollen bloß nicht! Und da kommt man nun übermorgen zurück in das kleine Nest, alles bestürmt einen mit Fragen, der Kommandeur an der Spitze: 'Na, Segebrecht, haben Sie in Berlin was Neues gehört? Wann reiten wir nun?' Da steht man denn ganz blöd da ... Und zum Schwindeln ist die Sache selbst doch viel zu ernst.«
»Ganz gewiß! Vor allem viel zu ernst, um mit einigen leichtfertig hingesprochenen Redensarten allerhand Befürchtungen oder Hoffnungen zu wecken. Empfehlen Sie mich Ihrem Herrn Kommandeur, unbekannterweise, und es lägen durchaus keine Anzeichen vor, aus denen man schließen könnte, der Krieg wäre näher als sonst in all den letzten Jahren. Es wird scharf gearbeitet natürlich.«
Der Wagen hielt auf der Corneliusbrücke, der Malchower Dragoner streckte seinem Gegenüber respektvoll die Hand entgegen.