»Weil ... na also schön, auf die Gefahr hin, daß Sie ein bißchen größenwahnsinnig werden – Frau Josepha hatte mir schon auf der Rennbahn befohlen, Sie heranzuschleifen. Sie waren ihr aufgefallen, und zwar gleich so, daß ich es mit der Eifersucht kriegte. Da hatte ich mich zuerst natürlich geweigert. Dann aber, als Sie in das Restaurant kamen, hatte sie mit ihren scharfen Augen Sie sofort entdeckt, ich mußte gehorchen. Und nachher, als Sie mich beiseite nahmen, konnte ich Ihnen doch nicht gut raten: 'Drücken Sie sich wieder, so rasch als möglich! Wenn Sie in kurzen vierzehn Tagen nicht ebenso ein trauriger Bonze werden wollen wie ich –' Da hätten Sie mich doch für leicht verrückt halten müssen! Ekelhaft ist das alles, nicht wahr? Na, gute Nacht, Foucar, und auf Wiedersehen morgen abend oder spätestens nächsten Sonntag.«

»Gute Nacht, Wodersen! Wenn Sie aber meinen sollten, in der Villa Rheinthaler, fürchte ich, wird aus dem Wiedersehen nichts werden!«

»Ich lege Ihnen hundert zu eins, bis nächsten Sonntag sind Sie dagewesen!«

»Und ich bin nicht habsüchtig genug, Sie beim Wort zu nehmen: der Ausgang der Wette würde nur in meinem Belieben stehen. Aber da wir schon dabei sind, ein paar von den Klappen hochzuziehen da innen, die man sonst vor anderen geschlossen hält, ja, da möchte ich bemerken, daß ich einige altmodische Grundsätze habe. Einer davon lautet, man soll nicht in eine Ehe einbrechen, auch wenn sie noch so schlecht verwahrt ist! Oder die Tür sperrangelweit offen steht.«

Der Kleine sah ihn fast feindselig an.

»Sie tun ja ganz so, als brauchten Sie nur den Finger auszustrecken, und ...«

Er fiel ihm ins Wort: »Das ist ein Mißverständnis. Ich sprach im Augenblick ganz allgemein ... nichts lag mir ferner, als der von Ihnen verehrten Dame irgendwie zu nahe zu treten.«

»Dann ist's gut – danke. Was aber unsere Wette angeht ...«

»Also, wenn Sie Ihr Geld durchaus los werden wollen: ein gutes Sektfrühstück! Jeder von uns darf ein paar Gäste mitbringen.«

»Abgemacht! Und wir werden ja sehen, wer das Frühstück bezahlt.«