Herr Rheinthaler lachte kurz auf und zwinkerte ihm vertraulich zu.

»Das sind so Stimmungen, mein verehrter Herr Hauptmann! Oder muß man schon Rittmeister sagen, weil Sie jetzt doch bei der Kavallerie sind? Ich kenne mich als gänzlicher Nichtsoldat da nicht aus.«

»Es ist ziemlich egal, Herr Rheinthaler.«

»Na dann, von dieser Schwärmerei eben für die kleine Stadt müssen Sie ein bißchen Jammer in Abrechnung bringen! Ehe wir in dem Ballokal landeten, hatten wir schon eine recht ausgiebige Sitzung hinter uns. Und meine teure Gattin hatte sich geärgert. Da trinkt sie noch mehr Sekt als gewöhnlich.«

»Ist nicht wahr,« fuhr Frau Josepha auf. Die Zornröte färbte ihr die Wangen.

»Aber Peperl, ich hab' Dir doch zugesehen! Du kannst ja einen ganz gehörigen Posten vertragen, aus langjähriger Uebung, aber gestern ... Und wie Du gegen das arme Wurm, die Sandori, losgingst, wußte ich Bescheid.«

Gaston fühlte einen Knäuel im Halse aufsteigen. Zwei Trunkene hatten gestern leichtfertige Liebesschwüre ausgetauscht. Und da hatte der Narr sich darum eine schlaflose Nacht gemacht, eine Nacht voll peinigender Selbstvorwürfe ... Er griff nach seinem Helm und erhob sich.

»Verzeihen Sie gütigst, gnädige Frau, ich möchte um die Erlaubnis bitten ...«

Frau Josepha sah ihn erschreckt an. »Um Gottes willen,« sagte sie unwillkürlich. Und Herr Rheinthaler legte seine Patiencekarten hin und trat auf ihn zu.

»Aber, mein bester Herr Baron, weshalb denn? Weil meine Frau sich mit mir ein bißchen gekabbelt hat? Das kommt in den besten Ehen vor! Und wir sind schon auf dem Wege, uns wieder zu vertragen – sie schmollt nur noch ein wenig!«