Dahinten zwischen dichten Büschen unter dem Laubdach des Miombowaldes steht das Geschütz, verrostet, die Farbe im Laufe der Jahre abgeblättert und abgestoßen. Ein alter Veteran!
Verbogen die Speichen, manche Niete abgesprengt. Hier in dieser einsamen Waldwildnis soll es sein Ende finden, nachdem es bis zum letzten Schuß seine Pflicht getan, von Daressalam zum Rufiji gewackelt ist, vom Rufiji zum Rovuma, vom Rovuma zum Lutuladi durch Urwälder und Sümpfe, über Steppen und Hochländer.
Das Rohr ist mit Dynamit gefüllt, eine fast fünfzig Meter lange Abzugsschnur hängt am Verschluß.
Die Leute treten in den Busch zurück, ich stelle mich hinter einen dicken Baum, die Leine in der Hand.
Ein kurzer Ruck — — ein gewaltiger Schlag. Sausen von Eisenteilen, Rauch — die Schnur wird mir aus der Hand gerissen!
Ein langer Sprung klafft das Rohr entlang, der Verschluß ist in Fetzen herausgeschleudert, das Bodenstück trichterförmig ausgeweitet. —
Das letzte Geschütz, der letzte Sendbote der »Königsberg« ist vernichtet — ist tot!
In der Ferne rattert nochmals ein Maschinengewehr. Der Feind ist nervös, er hat den gewaltigen Schlag der Explosion gehört! — —
Die Sonne ist jetzt im Untergehen. Emsig regen sich die Hände, um die Geschützreste abzumontieren, in den Busch zu schleppen und zu vergraben. Nichts, keine Spur soll der Engländer vorfinden.
Von hundert Trägern wird in den dunkelnden Wald das gespaltene Rohr geschleppt, monoton verhallt in der Ferne ihr Gesang.