Die Königsberg taucht auf, wir gehen längsseit, die Blöcke werden eingepickt — ein schrilles, anhaltendes Pfeifen. Hoch fliegt der Kutter. Wir klettern an Deck.

An Bord hat man alles mit Spannung aufs genaueste beobachtet.

An der Stelle, wo wir nach Wasser gegraben, sitzen jetzt die Eingeborenen — sie haben eine mächtige rote Fahne aufgepflanzt, in deren Mitte ein weißer Halbmond leuchtet. —

In der zitternden Luft der westlichen Wüstenberge senkt sich glühendrot, in Purpurschleier gehüllt, mit verschwimmenden Konturen die Sonne, blauviolette Schatten fallen über die gelben Sandflächen, ein wildes Durcheinander von grünblauen, karmin- und zinnoberfarbenen und tiefvioletten Lichtern, und die blauschwarze Wüstennacht hat sich hernieder gesenkt.

Die Schiffsbesatzung lehnt an der Reeling und starrt auf das wunderbare Schauspiel. Unter der Back vorne klingen die Töne eines deutschen Seemannsliedes auf.


Schwer mag diese Nacht dem Kommandanten geworden sein, dessen gleichmäßiger Schritt noch spät vom Achterdeck herüber hallt.

Er hat einen Entschluß gefaßt — eines deutschen Seemanns würdig, nur der erste Offizier wird eingeweiht:

Sollte sich unsere schwache Hoffnung auf ein Kommen der Somali, unseres Begleitdampfers, nicht erfüllen, so will er die Mannschaft retten — durch den Funken die Engländer herbeirufen, die Besatzung in die Boote gehen lassen, sich selbst und sein Schiff in die Luft sprengen. — —

Die Nacht geht vorüber und die Morgennebel heben sich. Grell bestrahlt die aufgehende Sonne die kahlen Sandflächen. Wimmelndes Leben beginnt an Bord — die langen Feuerlöschschläuche schießen hellblinkende Wasserstrahlen über das Deck, fegen Staub und Schmutz der Nacht weg. Eifrige Hände säubern Planken und Bordwände.