Erst gegen Mitternacht tritt Ruhe ein, der Arbeitslärm verklingt, die schweigende Tropennacht tritt in ihre Rechte.

Grünlich leuchtende Scharen von Glühwürmchen gaukeln durch die Mangroven, in der Luft singt und surrt das tausendfältige Schwirren der erwachten Moskiten, die hier im Rufijigebiet besonders berüchtigt sind, als Träger der Malaria.

Nicht grundlos flattert ab und zu aus dem Vorschiff ein Stöhnen auf, oder wirre Worte klingen durch die Nacht. Fieberkranke liegen dort im Mannschaftslazarett.

Klar und glänzend steht der Orion, das schönste Sternbild der nördlichen wie der südlichen Halbkugel am Himmel und zieht langsam, langsam seinen Weg nach Westen. — —

Die Wasser sind rauschend abgeflossen, glucksend zum Stillstand gekommen — der Strom kenterte — erst langsam, dann brausend strömten sie wieder zurück — jetzt verlangsamen sie ihren Lauf — bald müssen sie ihre höchste Höhe haben.

Alles ist klar zum Manöver! —

Es ist lauter geworden im Walde! Mancher Reiher mußte infolge des starken Stromes seinen niedrigen Schlafplatz verlassen und flattert nun unruhig hin und her. Affen, denen es ebenso ergangen, kreischen, schimpfen und springen knackend durch die Wipfel.

Die Nachtfrösche lärmen — auch sie sind wach geworden und müssen schwimmen. — —

»Beide Maschinen kleine Fahrt voraus!«

Langsam setzt sich der dunkle Koloß in Bewegung und steuert in das im Sternenlicht unsicher glänzende dunkle Gewässer.