Ich kann nicht erkennen, ob er scharf oder nicht scharf ist, oder ob er abgeschossen wurde.

Vorsichtig untersuche ich ihn — das System ist mir unbekannt, ein Fehlgriff kann ihn zur Explosion bringen.

Ich nehme an, daß er von den Engländern irgendwann gegen ein mir allerdings nicht erklärliches Ziel geschossen worden ist, vorbeiging und dann bei Hochwasser in die Mangroven trieb, wo er sich festhakte, um jetzt bei Niedrigwasser wie ein großer Vogel in den Ästen zu sitzen.

Also müßte er noch scharf sein, ein Druck oder Schlag auf seine Greifnasen genügen, ihn zur Explosion zu bringen, was gleichbedeutend wäre mit einer Kraftentwicklung von etwa zwanzigtausend Sekundenmetertons oder einer Kraft, die das größte Linienschiff in der Sekunde einen Meter hoch schleudern würde. Darum Vorsicht!

Wir fahren wieder ab — ich melde telephonisch nach der »Königsberg«, und wir bekommen den Befehl, den Torpedo zu bergen und an Bord zu bringen. — —

Ein Kutter und zehn kräftige Matrosen pullen uns an Ort und Stelle.

Wir haben das Hochwasser abgewartet und diesmal liegt ein Teil des silberglänzenden Leibes im Wasser. Er hängt aber immer noch, denn wir haben augenblicklich Nipp-Tide, erstes Mondviertel, also die Zeit des niedrigsten Hochwassers, das nur bei Voll- und insbesondere Neumond seine höchste Höhe erreicht.

Zwei kräftige Matrosen steigen aus und versuchen den Torpedo vorsichtig, sich mit den Beinen gegen die Bäume stemmend, herunterzuheben.

Es gelingt nicht!

So muß der Ast abgesägt werden! — Peinlich, denn der Torpedo wird dann mit der Nase nach unten ins Wasser fallen!