Schlitzförmige Stichöffnung, durch eine conisch zugespitzte 2·5 Cm. dicke Eisenstange erzeugt. Nat. Gr.
Die Form der durch conische Werkzeuge bewirkten Hautspalten ist ganz gleich derjenigen, wie sie nach Stichen mit messerartigen Instrumenten gewöhnlich zu Stande kommen, nämlich ein Schlitz mit scharfen, bogenförmig auseinanderweichenden und beiderseits zu einem spitzen Winkel zusammenlaufenden Rändern. Die Länge der Spalten ist proportional der Dicke des Instrumentes, so dass man, wenn sehr dicke Werkzeuge zur Anwendung kamen, selbst mehrere Centimeter lange Wundspalten erhalten kann, die dann eben ihrer Länge wegen noch leichter für Messerstiche gehalten werden können ([Fig. 49]).
Stiche von Taschenmessern. Spaltbarkeit der Haut.
Auch nach Stichen mit einschneidigen Instrumenten, insbesondere mit gewöhnlichen Taschenmessern, zeigt die Stichöffnung nur ausnahmsweise die Gestalt eines schmalen Keils, dessen Rücken jenem des Messers entspricht, sondern fast regelmässig die eines Schlitzes, indem die Wundränder in flachem Bogen auseinander treten und an beiden Enden spitzwinklig zusammenlaufen ([Fig. 50]). Die Ursache dieser Erscheinung liegt einfach in der Thatsache, dass die betreffende Stichöffnung nur von der Schneide des Messers erzeugt wird, so dass sie eigentlich nur eine Schnittwunde darstellt. Man kann sich hiervon leicht überzeugen, wenn man sich an der Leiche eine Linie zieht und nun mit einem Messer in der Weise zusticht, dass die Spitze des Messers jene Linie trifft und die Schneide rechts oder links von dieser liegt. Man sieht dann, dass das eine Ende des erzeugten Wundschlitzes stets in die betreffende Linie fällt, der Wundspalt aber stets auf jene Seite, gegen welche die Schneide gekehrt gewesen war. Es folgt daraus, dass es in der Regel ganz unmöglich ist, aus der Hautwunde allein zu erkennen, wohin der Rücken und wohin die Schneide des Messers gekehrt gewesen war. Bei manchen Taschenmessern, z. B. bei den von Raufern besonders häufig gebrauchten „stellbaren“ Messern, hat auch der Rücken der Klinge schneidige Kanten. Das Instrument wirkt dann wie ein dreikantiges und erzeugt pfeilspitzenförmige Eingangsöffnungen, indem auch die Rückenkanten die Haut etwas einschneiden ([Fig. 51]).
Fig. 50.
Neun, mit einem zum Schneiden von Kautschuk dienenden einschneidigen Messer beigebrachte Stichwunden in der Herzgegend. Selbstmord.
Fig. 51.
Stichöffnung, durch eine Messerklinge mit schneidigem Rücken erzeugt. Nat. Gr.