»Vater, ich war auch Soldat«, rief Simon stolz, »ich habe mich gegen die Türken in Asien geschlagen und war dabei, als Grenadier, an dem Tag der Ehren, wo wir Russen die Festung Kars mit Sturm nahmen.«

»Wir sind gekommen, um Dich zu holen, Vater«, sprach jetzt Darka mit einem herzlichen Lächeln.

»Ja, Grossvater«, rief der Enkel, der zwischen seinen Knieen stand, »ich habe schon eine Laube für Dich gebaut vor dem Hause, dort werden wir zusammen die Haggadoths lesen, willst Du?«

»Ob ich will?« rief der Greis, »gewiss will ich, Simonchen.«


Heute wohnt Rabbi Abdon bei seinen Kindern und mitten unter seinen Enkeln. Die Gesetzrollen, der Talmud, der Sohar und der Ilan haben die Reise mitgemacht, er sitzt aber lieber in der Laube vor dem Hause, die der kleine Simon ihm erbaut hat und noch lieber in dem Haus aus Garben, das der Knabe ihm aufrichtet jedesmal, wenn die Ernte begonnen hat. Dann leuchtet der blaue Himmel über ihm, um ihn wehen die Halme und Gräser, klingen die Sicheln, die Lieder der Schnitter, und er sitzt mitten in dem Segen mit seinem Talmud, ein Patriarch.