Nach dem Diner fährt sie in die Pergola; wie sie die Treppe hinabkommt in ihrem schwarzen Samtkleide, mit dem großen Kragen von Hermelin, ein Diadem aus weißen Rosen im Haare, sieht sie wahrhaft blendend aus. Ich öffne den Schlag, helfe ihr in den Wagen. Vor dem Theater springe ich vom Bock, sie stützt sich beim Aussteigen auf meinen Arm, welcher unter der süßen Last erbebt. Ich öffne ihr die Türe der Loge und warte dann im Gange. Vier Stunden dauert die Vorstellung, während welcher sie die Besuche ihrer Kavaliere empfängt und ich die Zähne vor Wut zusammenbeiße.
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Es ist weit über Mitternacht, als die Klingel der Herrin zum letzten Male tönt.
„Feuer!“ befiehlt sie kurz, und wie es im Kamine prasselt, „Tee“.
Als ich mit dem Samowar zurückkehre, hat sie sich bereits entkleidet und schlüpft eben mit Hilfe der Negerin in ihr weißes Negligée.
Haydée entfernt sich hierauf.
„Gib mir den Schlafpelz,“ sagt Wanda, ihre schönen Glieder schläfrig dehnend. Ich hebe ihn vom Fauteuil und halte ihn, während sie langsam träge in die Ärmel schlüpft. Dann wirft sie sich in die Polster der Ottomane.
„Ziehe mir die Schuhe aus und dann die Samtpantoffel an.“
Ich knie nieder und ziehe an dem kleinen Schuh, welcher mir widersteht. „Rasch! rasch!“ ruft Wanda, „du tust mir weh! warte nur — ich werde dich noch abrichten.“ Sie schlägt mich mit der Peitsche, schon ist es gelungen!
„Und jetzt marsch!“ noch ein Fußtritt — dann darf ich zur Ruhe gehen.