Als ich mit dem Kaffeebrett vor ihrem Bette niederkniete, legte Wanda plötzlich die Hand auf meine Schulter und tauchte ihre Augen tief in die meinen.
„Was du für schöne Augen hast,“ sprach sie leise, „und jetzt erst recht, seitdem du leidest. Bist du recht unglücklich?“
Ich senkte den Kopf und schwieg.
„Severin! liebst du mich noch,“ rief sie plötzlich leidenschaftlich, „kannst du mich noch lieben?“ und sie riß mich mit solcher Gewalt an sich, daß das Brett umklappte, die Kannen und Tassen zu Boden fielen und der Kaffee über den Teppich lief.
„Wanda — meine Wanda,“ schrie ich auf und preßte sie heftig an mich und bedeckte ihren Mund, ihr Antlitz, ihre Brust mit Küssen. „Das ist ja mein Elend, daß ich dich immer mehr, immer wahnsinniger liebe, je mehr du mich mißhandelst, je öfter du mich verratest! o! ich werde noch sterben vor Schmerz und Liebe und Eifersucht.“
„Aber ich habe dich ja noch gar nicht verraten, Severin,“ erwiderte Wanda lächelnd.
„Nicht? Wanda! Um Gotteswillen! scherze nicht so unbarmherzig mit mir,“ rief ich. „Habe ich nicht selbst den Brief zum Fürsten —“
„Allerdings, eine Einladung zum Dejeuner.“
„Du hast, seitdem wir in Florenz sind —“