„Ja, Sie, mein Herr, der Sie mich anbeten,“ rief sie verächtlich, „aber ein Feigling, ein Lügner, ein Wortbrüchiger sind. Verlassen Sie mich augenblicklich —“
„Wanda! —“
„Mensch!“
Mir stieg das Blut zum Herzen. Ich warf mich zu ihren Füßen und begann zu weinen.
„Noch Tränen!“ sie begann zu lachen. O! Dieses Lachen war furchtbar. „Gehen Sie — ich will Sie nicht mehr sehen.“
„Mein Gott!“ rief ich außer mir. „Ich will ja alles tun, was du befiehlst, dein Sklave sein, deine Sache, mit der du nach Willkür schaltest — nur stoße mich nicht von dir — ich gehe zugrunde — ich kann nicht leben ohne dich,“ ich umfaßte ihre Knie und bedeckte ihre Hand mit Küssen.
„Ja, du mußt Sklave sein, die Peitsche fühlen — denn ein Mann bist du nicht,“ sprach sie ruhig, und das war es, was mir so an das Herz griff, daß sie nicht im Zorne, ja nicht einmal erregt, sondern mit voller Überlegung zu mir sprach. „Ich kenne dich jetzt, deine Hundenatur, die anbetet, wo sie mit Füßen getreten wird und um so mehr, je mehr sie mißhandelt wird. Ich kenne dich jetzt, du aber sollst mich erst kennen lernen.“
Sie ging mit großen Schritten auf und ab, während ich vernichtet auf meinen Knien liegen blieb, das Haupt war mir herabgesunken, die Tränen rannen mir herab.
„Komm zu mir,“ herrschte mir Wanda zu, sich auf der Ottomane niederlassend. Ich folgte ihrem Wink und setzte mich zu ihr. Sie sah mich finster an, dann wurde ihr Auge plötzlich, gleichsam von innen heraus erhellt, sie zog mich lächelnd an ihre Brust und begann mir die Tränen aus den Augen zu küssen.
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