„Ach! Severin, du warst sehr klug, du bist als Sklave weit gefährlicher, als ich dachte, ja, ich finde dich unwiderstehlich, ich fürchte, ich werde mich noch einmal in dich verlieben.“

„Liebst du mich denn nicht mehr?“ fragte ich, von einem jähen Schrecken ergriffen.

Sie schüttelte ernsthaft den Kopf, küßte mich aber wieder mit ihren schwellenden, köstlichen Lippen.

Wir kehrten in das Hotel zurück. Wanda nahm das Gabelfrühstück und gebot mir, ebenfalls rasch etwas zu essen.

Ich wurde aber selbstverständlich nicht so rasch bedient wie sie, und so geschah es, daß ich eben den zweiten Bissen meines Beefsteaks zum Munde führte, als der Garçon eintrat und mit seiner theatralischen Geste rief: „Augenblicklich zu Madame.“

Ich nahm einen raschen und schmerzlichen Abschied von meinem Frühstück und eilte müde und hungrig Wanda nach, welche bereits in der Straße stand.

„Für so grausam habe ich Sie doch nicht gehalten, Herrin,“ sagte ich vorwurfsvoll, „daß Sie mich nach allen diesen Fatiguen nicht einmal ruhig essen lassen.“

Wanda lachte herzlich. „Ich dachte, du bist fertig,“ sprach sie, „aber es ist auch so gut. Der Mensch ist zum Leiden geboren und du ganz besonders. Die Märtyrer haben auch keine Beefsteaks gegessen.“

Ich folgte ihr grollend, in meinen Hunger verbissen.