Während ich noch entgeistert hinsah, drehte sich Israel Hands in einem ruhigen Moment als das Schiff stillstand teilweise herum und arbeitete sich mit einem Stöhnen wieder in die Lage hinüber, in der ich ihn zuerst erblickt hatte. Das Stöhnen, das mir seine Schmerzen und seine tödliche Schwäche verriet und die Art, in der seine Kinnbacken aufgerissen herunterhingen, ging mir zu Herzen, doch wenn ich an das Gespräch dachte, das ich aus dem Äpfelfaß belauscht hatte, verließ mich jedes Mitleid. Ich schritt hinüber bis zum Hauptmast.
„Kommt an Bord, Herr Hands“, sagte ich ironisch. Er rollte finster die Augen, doch war er zu schwach, um Erstaunen zu zeigen, er konnte nur das eine Wort hervorbringen: „Branntwein!“
Mir schien es, daß da keine Zeit zu verlieren war und indem ich dem Klüverbaum auswich, der wieder über das Deck schlingerte schlüpfte ich die Kajütentreppe hinunter in die Kabine. Dort fand ich eine unbeschreibliche Unordnung. Alle versperrbaren Möbel waren auf der Suche nach der Karte aufgebrochen worden, auf dem Fußboden lag dicker Schmutz, dort wo die Schurken sich zum Trinken oder zur Beratung niedergelassen hatten, nachdem sie in dem Morast rund um ihr Lagerfeuer herumgewatet waren. Die Wände, alle sauber weiß ausgemalt und rings mit goldenen Kränzen geschmückt, zeigten die Abdrücke schmutziger Finger. Beim Rollen des Schiffes klirrten Dutzende von leeren Flaschen in den Winkeln aneinander. Eines von den medizinischen Büchern des Doktors lag offen auf dem Tische, mit zur Hälfte herausgerissenen Blättern, die, wie es schien, als Fidibusse verwendet worden waren — und auf alle diese Unordnung warf die blakende Lampe noch immer ihren trüben Schein.
Als ich in den Keller kam, fand ich, daß die Fässer fort waren und eine überraschend große Anzahl Flaschen geleert und weggeworfen worden waren. Zweifellos war seit Beginn der Meuterei kein Mann nüchtern geblieben.
Auf meiner Suche nach Eßwaren fand ich endlich eine Flasche, in der noch etwas Branntwein war, für Hands, und für mich ein paar Zwiebackstücke, eingemachte Früchte, eine große Malagatraube und ein Stück Käse. Damit beladen kam ich auf Deck, verstaute meine eigene Portion hinter den Rudern, so daß sie der Bootsführer nicht erreichen konnte, ging zum Wasserbehälter und trank einen guten langen Schluck Wasser, und erst dann und nicht früher gab ich Hands von dem Branntwein.
Er muß eine Viertelpinte getrunken haben, so lange dauerte es, bis er die Flasche vom Munde hob.
„Ja,“ sagte er, „beim Teufel, das habe ich gebraucht!“
Ich saß schon in meinem Winkel und begann zu essen.
„Stark verletzt?“ fragte ich ihn.