„Das Schiff!“ rief der Doktor aus.
Rasch schilderte ich ihm meine Abenteuer, und er hörte mir schweigend zu.
„Das ist schon wie Schicksal,“ bemerkte er, als ich zu Ende war, „bei jedem Schritt bist du es, der uns das Leben rettet. Und glaubst du, daß wir jetzt zugeben werden, daß du deines lassen mußt? Das wäre eine traurige Vergeltung, mein Junge. Du hast die Verschwörung entdeckt, du hast Ben Gunn gefunden — das Beste, was dir je geglückt ist oder glücken wird, und wenn du neunzig wirst. Ja, beim Zeus, weil wir von Ben Gunn reden! Das ist der verkörperte Unfug dieser Mensch — Silver!“ rief er, „Silver!! Ich will Euch einen Rat geben“, fuhr er fort, als der Koch näher kam, „beeilt Euch nicht zu sehr, den Schatz zu suchen.“
„Warum, Herr? ich tue jetzt mein möglichstes,“ sagte Silver, „kann ich doch, Sie entschuldigen schon, mein Leben und das des Jungen nur retten, wenn wir dem Schatz nachjagen.“
„Nun Silver,“ erwiderte der Doktor, „wenn das so ist, will ich einen Schritt weitergehen. Ihr werdet Verdruß haben, wenn Ihr ihn findet!“
„Herr,“ sagte Silver, „das ist zu viel und zu wenig. Was habt Ihr im Sinn? Warum habt Ihr das Blockhaus verlassen, warum habt Ihr mir die Karte da gegeben? Ich weiß es nicht. Und doch habe ich mit geschlossenen Augen Eure Befehle befolgt, ohne irgendeine Hoffnung für mich zu sehen.. Aber das jetzt, das ist zu viel! Und wenn Ihr mir nicht geradeheraus sagt, was Ihr eigentlich meint, dann werde ich das Steuer loslassen.“
„Nein,“ sagte der Doktor nachdenklich, „ich habe kein Recht, mehr zu sagen, denn es ist nicht mein Geheimnis, Silver, sonst würde ich es sagen, mein Wort darauf. Aber ich will so weit gehen, als ich darf, und noch einen Schritt weiter, wenn auch der Kapitän mir tüchtig meine Perücke zerzausen wird, wenn ich nicht sehr irre. Aber zuerst will ich Euch ein wenig Hoffnung geben: Silver, wenn wir beide lebendig aus dieser Wolfsfalle herauskommen, werde ich tun, was ich kann, um Euch herauszureißen.“
Das Gesicht Silvers strahlte. „Mehr könntet Ihr nicht sagen, Herr, wenn Ihr meine Mutter wäret“, rief er aus.
„Nun, das ist mein erstes Zugeständnis“, fügte der Doktor hinzu. „Das zweite ist ein Rat: Haltet den Jungen fest bei Euch, und wenn Ihr Hilfe braucht, ruft. Ich gehe jetzt, diese Hilfe zu suchen, und das ist der beste Beweis, daß ich nicht in den Tag hineinschwätze. Leb’ wohl, Jim.“ Doktor Livesay schüttelte mir durch die Umzäunung die Hand, nickte Silver zu und ging mit raschen Schritten dem Walde zu.