„Tretet ein, Herr Dance“, sagte er sehr hoheitsvoll und herablassend.
„Guten Abend, Dance,“ sagte der Doktor mit einem Kopfnicken, „und guten Abend, Freund Jim, welcher gute Wind hat euch hergeweht?“
Der Oberaufseher stellte sich in Positur und berichtete den ganzen Vorgang wie eine auswendig gelernte Lektion. Es war sehenswert, wie die beiden Herren da aufhorchten, sich weit vorbeugten und vor lauter Staunen und Interesse das Rauchen vergaßen. Als sie hörten, wie meine Mutter zum Gasthof zurückging, da schlug sich Dr. Livesay bewundernd auf den Schenkel und der Gutsherr rief: „Bravo!“ und zerbrach vor Begeisterung seine lange Pfeife am Kamingitter. Lange ehe Herr Dance zu Ende war, hatte sich Herr Trelawney (das war, wie Sie sich erinnern werden, der Name unseres Gutsherrn) von seinem Sessel erhoben und schritt im Zimmer auf und ab. Der Doktor nahm, wie um besser zu hören, seine gepuderte Perücke ab und sah sehr sonderbar aus mit seinem kurzgeschorenen, schwarzen Schädel.
Endlich war Herr Dance fertig.
„Herr Dance,“ sagte der Gutsherr, „Ihr seid ein hochherziger Bursche, und daß Ihr diesen niederträchtigen, gemeinen Schurken niedergeritten habt, betrachte ich als eine gute Tat, wie das Zertreten eines schädlichen Insekts. Dieser junge Hawkins, das sehe ich schon, ist ein Prachtkerl. Hawkins, läuten Sie bitte, damit man Herrn Dance ein Glas Bier bringt.“
„Und nun, Jim,“ sagte der Doktor, „du hast doch diesen Gegenstand, den sie suchten, bei dir, nicht wahr, ja?“
„Hier ist er, Herr“, sagte ich und reichte ihm das Wachstuchpaket. Der Doktor betrachtete es von allen Seiten, als ob ihn die Finger juckten es zu öffnen, doch bezwang er sich und verwahrte es ruhig in seiner Rocktasche.
„Herr,“ sagte er, „wenn Dance sein Bier ausgetrunken hat, muß er natürlich wieder fort, seinen Dienst machen. Aber Jim Hawkins möchte ich mit Eurer Erlaubnis heute bei mir übernachten lassen, und ich schlage vor, daß wir die kalte Pastete heraufkommen lassen, damit er etwas zum Nachtmahl bekommt.“
„Wie Ihr wollt, Livesay,“ sagte der Gutsherr, „aber eigentlich hat Hawkins etwas Besseres verdient als kalte Pastete.“