Dann strich ich durch die Wälder, bis ich die rückwärtige, dem Ufer zugewandte Seite der Umzäunung erreicht hatte und wurde bald von der treuen Gesellschaft warm bewillkommt. Meine Geschichte war bald erzählt und ich begann mich umzuschauen. Das Blockhaus war aus unbehauenen Fichtenstämmen errichtet — Dach, Wände und Boden —. Die Diele stand fußhoch über der Sandfläche. Bei der Tür war ein Dachvorsprung und darunter floß die kleine Quelle in ein künstliches Becken von ziemlich merkwürdiger Art — nämlich in einen großen, eisernen Schiffskessel, dem man den Boden ausgeschlagen hatte und der in den Sand festgerammt worden war.

Außer dem Fachwerk des Hauses war wenig übriggeblieben. In einem Winkel stand eine Steinplatte über einem alten, rostigen Eisenkorb, was eine Art Herd darstellte. Das ganze Innere der Umzäunung und die Anhänge des Hügels waren zum Zwecke der Erbauung des Hauses ausgerodet worden und man konnte an den Stümpfen sehen, was für ein schönes und stattliches Wäldchen da zerstört worden war.

Der Waldboden war, nachdem man die Bäume niedergehauen hatte, zum großen Teil weggewaschen und von der Flut abgetrieben worden, und nur dort wo die Quelle aus dem Kessel hineinsickerte, wuchsen noch ein paar Farnkräuter, Moos und kleines Zwerggebüsch im Sand. Ganz eng um die Umzäunung herum — zu eng zur Verteidigung — war der Wald noch hoch und dicht, auf der Landseite gab’s nur Nadelholz, zur See zu mit Lebensbäumen stark untermischt.

Der kalte Abendwind, von dem ich schon gesprochen habe, pfiff durch jede Ritze des primitiven Gebäudes und besprenkelte den Boden mit einem ununterbrochenen Sprühregen feinen Sandes. In unseren Augen, in unseren Zähnen, in unserem Essen war Sand, Sand tanzte in der Quelle, am Boden des Kessels wie Hafergrütze, die zu kochen beginnt. Unser Rauchfang war ein viereckiges Loch im Dache, doch nur ein kleiner Teil des Rauches fand den Weg ins Freie und der übrige wirbelte im Haus herum und brachte uns zum Husten und unsere Augen zum Tränen. Dazu kommt, daß Gray, unser neuer Mann, das Gesicht verbunden trug, wegen eines Schnittes, den ihm die Meuterer, als er ihnen durchging, beigebracht hatten, und daß der arme, alte Tom Redruth noch unbegraben steif und starr unter der Flagge an der Wand lag.

Wenn man uns hätte faul herumsitzen lassen, wären wir alle trübsinnig geworden, doch dazu war Kapitän Smollett nicht der Mann. Er beschied alle zu sich und teilte uns in Patrouillen ein. Der Doktor, Gray und ich waren die eine, der Squire, Hunter und Joyce gehörten zur anderen. Trotzdem wir alle müde waren, wurden zwei um Brennholz hinausgeschickt; zwei hatten für Redruth ein Grab zu graben, der Doktor wurde zum Koch ernannt, ich wurde als Schildwache an die Tür gestellt und der Kapitän selbst ging von einem zum anderen, hielt uns in guter Stimmung und griff zu wo es notwendig war.

Von Zeit zu Zeit kam der Doktor zur Tür, um ein wenig Luft zu schöpfen und seine Augen auszuruhen, die fast ausgeräuchert waren. Und jedesmal hatte er ein paar Worte für mich.

„Dieser Smollett“, sagte er einmal, „taugt mehr als ich selber. Und wenn ich so etwas sage, so bedeutet das schon etwas, Jim.“

Ein anderes Mal kam er und blieb eine Weile stumm. Dann neigte er den Kopf zur Seite und schaute mich an.

„Ist dieser Ben Gunn ein Mensch?“ fragte er.

„Ich weiß nicht, Herr,“ sagte ich, „ich bin nicht ganz sicher, ob er bei Verstand ist.“