Törleß war es unangenehm, hierauf eine Antwort zu geben. Endlich sagte er: »Ich kann dir nicht helfen; du selbst bist an allem schuld, was mit dir geschieht.«
»Aber du warst doch vor kurzem noch so lieb zu mir.«
»Niemals.«
»Aber ...«
»Schweig davon. Das war nicht ich ... Ein Traum ... Eine Laune ... Es ist mir sogar recht, daß deine neue Schande dich von mir fortgerissen hat.... Es ist gut so für mich...«
Basini ließ den Kopf sinken. Er fühlte, daß ein Meer von grauer, nüchterner Enttäuschung sich zwischen ihn und Törleß geschoben hatte... Törleß war kalt, ein anderer.
Da warf er sich vor ihm in die Knie, schlug mit dem Kopf auf den Boden und schrie: »Hilf mir! Hilf mir!.. Um Gottes willen hilf mir!«
Törleß zauderte einen Augenblick. In ihm war weder der Wunsch, Basini zu helfen, noch genügend Empörung, um ihn von sich zu stoßen. So folgte er dem erstbesten Gedanken. »Komm heute Nacht auf den Boden, ich will noch einmal mit dir darüber sprechen.« Im nächsten Augenblick bereute er aber schon.
»Wozu nochmals daran rühren?« fiel ihm ein und er sagte überlegend: »Doch sie würden dich ja sehen; es geht nicht.«
»O nein, sie blieben die letzte Nacht bis zum Morgen mit mir auf – sie werden heute schlafen.«