Törleß wurde also schon mit einem gewissen gerührten Wohlwollen empfangen und die Kameraden bereiteten ihn rechtzeitig darauf vor.
Dennoch war er fürchterlich aufgeregt und die Angst, sich nicht verständlich machen zu können, erschöpfte ihn völlig ....
Die Untersuchung wurde aus Diskretion, da man doch etwaige Enthüllungen befürchtete, in der Privatwohnung des Direktors geführt. Zugegen waren außer diesem noch der Klassenvorstand, der Religionslehrer und der Mathematikprofessor, welchem es als dem Jüngsten des Lehrerkollegiums zugefallen war, die protokollarischen Notizen zu führen.
Um das Motiv seiner Flucht befragt, schwieg Törleß.
Allseitiges, verständnisvolles Kopfnicken.
»Nun gut,« sagte der Direktor, »wir sind hierüber unterrichtet. Aber sagen Sie uns, was Sie bewog, das Vergehen des Basini zu verheimlichen.«
Törleß hätte nun lügen können. Aber seine Scheu war gewichen. Es reizte ihn förmlich, von sich zu sprechen und seine Gedanken an diesen Köpfen zu versuchen.
»Ich weiß es nicht genau, Herr Direktor. Als ich das erstemal davon hörte, schien es mir etwas ganz Ungeheuerliches zu sein ... etwas gar nicht Vorstellbares ...«
Der Religionslehrer nickte Törleß befriedigt und aufmunternd zu.
»Ich ... ich dachte an Basinis Seele ...«