»Er war wirklich so eigentümlich, daß ich beinahe glaube, er hat Anlage zum Hysteriker«, sagte der Mathematiker zu seinem Nachbar.
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Zu gleicher Zeit mit dem Briefe des Direktors traf ein solcher von Törleß bei seinen Eltern ein, in welchem er sie um seine Herausnahme bat, weil er sich in dem Institute nicht mehr auf seinem Platze fühle.
Basini war mittlerweile strafweise entlassen worden. In der Schule ging alles den gewohnten Gang.
Es war beschlossen, daß Törleß von seiner Mutter abgeholt werde. Er nahm gleichgültigen Abschied von seinen Kameraden. Beinahe begann er schon ihre Namen zu vergessen.
In die rote Kammer war er nie mehr hinaufgestiegen. Das schien alles weit, weit hinter ihm zu liegen.
Seit Basinis Entfernung war es tot. Fast so, als ob dieser Mensch, der alle diese Beziehungen an sich gekettet hatte, sie nun auch mit sich fortgenommen hätte.
Etwas Stilles, Zweifelndes war über Törleß gekommen, aber die Verzweiflung war weg. »Es waren wohl nur jene heimlichen Sachen mit Basini, die sie so gesteigert hatten«, dachte er sich. Sonst schien ihm gar kein Grund vorzuliegen.
Aber er schämte sich. So wie man sich am Morgen schämt, wenn man in der Nacht – von einem Fieber gepeinigt – aus allen Winkeln des dunklen Zimmers furchtbare Drohungen sich emportürmen sah.