Törleß hörte das Schlagen seines Herzens. Dann kam wieder ein leises, flüsterndes, versickerndes Rieseln ... Und diese Geräusche waren das einzig Lebendige in einer zeitlosen schweigenden Welt ................
Am nächsten Tage stand Beineberg mit Reiting, als Törleß zu ihnen trat.
»Ich habe schon mit Reiting gesprochen«, sagte Beineberg, »und alles vereinbart. Du interessierst dich ja doch nicht recht für solche Sachen.«
Törleß fühlte etwas wie Zorn und Eifersucht über diese plötzliche Wendung in sich aufsteigen, wußte aber doch nicht, ob er der nächtlichen Unterredung vor Reiting erwähnen solle. »Nun, ihr hättet mich wenigstens dazu rufen können, da ich nun einmal gerade so gut wie ihr an der Sache beteiligt bin«, meinte er.
»Hätten wir auch getan, lieber Törleß,« beeilte sich Reiting, dem offenbar diesmal daran lag, keine unnötigen Schwierigkeiten zu haben, »aber du warst gerade nicht zu finden und wir rechneten auf deine Zustimmung. Was sagst du übrigens zu Basini?« (Kein Wort der Entschuldigung, so als ob sich sein eigenes Verhalten von selbst verstünde.)
»Was ich dazu sage? Nun er ist ein gemeiner Mensch«, antwortete Törleß verlegen.
»Nicht wahr? Sehr gemein.«
»Aber du läßt dich auch in schöne Dinge ein!« Und Törleß lächelte etwas erzwungen, denn er schämte sich, daß er Reiting nicht heftiger zürne.
»Ich?« Reiting zuckte mit den Schultern, »was ist weiter dabei? Man muß alles mitgemacht haben und wenn er nun einmal so dumm und so niederträchtig ist ....«