Alles Modische wird wieder unmodisch, und treibst du's bis in das Alter, so wirst du ein Geck, den Niemand achtet.
Viel Spielen in Gesellschaften bringt mehr Schaden, als Nutzen. Sieh dir die Leute an; aber spiele nie Etwas, dessen du dich in deinem Innern zu schämen hättest.
Versäume aber keine Gelegenheit, wo du mit Anderen zusammen musiciren kannst, in Duo's, Trio's &c. Dies macht dein Spiel fließend, schwungvoll. Auch Sängern accompagnire oft.
Wenn Alle erste Violine spielen wollten, würden wir kein Orchester zusammen bekommen. Achte daher jeden Musiker an seiner Stelle.
Liebe dein Instrument, halte es aber nicht in Eitelkeit für das höchste und einzige. Bedenke, daß es noch andere und ebenso schöne giebt. Bedenke auch, daß es Sänger giebt, daß im Chor und Orchester das Höchste der Musik zur Aussprache kommt.
Wenn du größer wirst, verkehre mehr mit Partituren, als mit Virtuosen.
Spiele fleißig Fugen guter Meister, vor Allen von Joh. Seb. Bach. Das »wohltemperirte Clavier« sei dein täglich Brod. Dann wirst du gewiß ein tüchtiger Musiker.
Suche unter deinen Kameraden die auf, die mehr als du wissen.
Von deinen musikalischen Studien erhole dich fleißig durch Dichterlectüre. Ergehe dich oft im Freien!
Von Sängern und Sängerinnen läßt sich Manches lernen, doch glaube ihnen auch nicht Alles!