Wie selig bin ich, Königin –
Seine Sprache atmet Aufrichtigkeit, und das ist er auch, er ist aufrichtig, denn er ist jung, aber er ist zugleich ein Italiener, was heißen will: ein Abkömmling von Leuten, die das Talent hatten, die Welt zu unterjochen. Er ist herrisch und zugleich graziös, was aber ist Anmut anderes als Demut? Unser junger Mann mit der flehenden Bitte auf der Lippe ist ein Lügner, ein Unterdrücker aus Gewohnheit, daher interessiert er so lebhaft.
Nicht eh'r, Vergötterte, als bis du meiner Brust –
Wie eitel er ist. Augenblickserfolgsmensch, was er ist, verwundet es ihn tief, sich glauben machen zu sollen, daß man ihn entbehren kann. Daß man ihn verächtlich finden kann, das kann er unter keinen Umständen glauben. Der Glaube an Siege war die Religion der Römer.
Und müßt' ich so in Anbetung gestreckt –
Hier wird er zornig. Wenn er jetzt nicht entzückt, ist er lächerlich. Der Schauspieler, der ihn spielt, muß Tränen gutgespielten Schmerzes zur Verfügung haben. Außerdem muß er zu knien gelernt haben. »Leidenschaftlich« wird hier, laut Kleistscher Textanmerkung gekniet. Wie aber benimmt sich der Schauspieler bei Mondschein?
Dies ist der stille Park, von Bergen eingeschlossen –
Eine Minute später wird er von Bären zerrissen. Jetzt hat er die Pflicht, eines elenden Todes zu sterben.