„So? Das meinen Sie. Ich aber sage Ihnen: sie ist in der Kaserne des Feldhaubitzregiments Prinz von Lobkowitz Nr. 13.“

Worauf Herr Neumann regelmäßig etwas erregt nach Haus läuft.

Grade an dem Fenster vorüber, wo mein Bekannter sitzt. Und das macht uns immer recht viel Freude.

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Diese angenehmen Erfahrungen im engsten Kreis veranlaßten mich voriges Jahr, mir gleichfalls ein Telephon anzuschaffen.

Gott, so ein Telephon bietet eine Menge Annehmlichkeiten. Man muß freilich nicht alles glauben, was einem die Staatsbehörde versichert. In München zum Beispiel herrscht vielfach – selbst unter gebildeten Leuten – der Aberglaube, man könne Autodroschken durchs Telephon bestellen. Das ist natürlich übertrieben. Autodroschken bestellen kann man nicht.

Auch der Versuch, mit Hilfe des Apparats um das Telephonfräulein zu werben, hat noch selten zu einem greifbaren Ergebnis geführt. Ich wenigstens erfuhr letzthin eine Absage, als ich krank und einsam im Bett lag und – unter eingehender Darstellung meiner Lage – das Telephonfräulein bat, zu mir zu kommen und mir Gesellschaft zu leisten. Die Dame erklärte mir schnippisch: sie besuche grundsätzlich nur Herren, die ihr persönlich bekannt sind. Eine Beschwerde beim Aufsichtsbeamten blieb fruchtlos.

Ich hatte gehört, man könne auch von weither nach München telephonieren, selbst von Berlin aus. Gewohnt, Gerüchten auf den Grund zu gehen, stellte ich unlängst in Berlin den Versuch an: ich klingelte nach meiner Münchener Braut.

Lange harrte ich und harrte einer Antwort.