Regenmantel – Hülle des Weibes zum Schutz gegen Atmosphärilien; ist andern zweckähnlichen Apparaten vorzuziehen, da der Regenmantel einerseits die Kleidung ausreichend schützt, andrerseits entgegenkommenden Kavalieren dennoch Gelegenheit bietet, sich durch Darleihung eines Schirms gefällig zu erweisen. – Regenmäntel sind wasserdicht, das heißt: sie lassen Wasser, das einmal eingedrungen ist, nicht wieder heraus.

Rendezvous – Ort, wo zwei oder mehrere zusammenkommen wollen; sinds bloß zwei, dann ists eine Liebesaffäre, sinds mehr, dann ists eine Treibjagd. Siehe: Kino!

Resi – die Köchin. Namenstag 15. Oktober. Man muß ihr, gelinde gesagt, Glyzerinseife schenken.

Réunion, die – findet mit der Regelmäßigkeit planetarischer Ereignisse jeden Montag abend im Verein statt. Nicht hingehen ist gleichbedeutend mit einer Obstruktion gegen den Vorsitzenden. Ein bacchantisches Vergnügen ist die Réunion ja nicht, aber man findet doch immer ein paar geistvolle Menschen dort – die Anwesenden natürlich ausgenommen. Nach einigem Zögern und Gähnen kommt durch geschicktes Eingreifen der Komiteedame irgend was zustande, was wie ein Arrangement der großen Welt aussieht. Die Ehemänner benutzen diesen Augenblick, einem ihre Frauen anzuhängen, und begeben sich ins Nebenzimmer, um Whistlinge zu werden.

Rock, der – vormals erste sichtbare Bekleidung der Frau von der Körpermitte abwärts; z. Z. im Absterben; das Absterben begann im Süden und schreitet bedrohlich nach Norden vor; auf Kostümbällen ist der Rock jetzt kaum mehr durch kümmerliche Reste angedeutet.

Rose – (Rosa centifolia, Linné), Blume mit herrlichem Duft, deutlicher Sprache und geringem Anschaffungspreis. Wenn es also durchaus nicht anders geht, schenke man Rosen.

Saison, die – Erntezeit des Kurortes. Unter fröhlichen Sängen werden da die Fremden von den Einheimischen gekeltert und gerebelt. Der Saisonbeginn richtet sich nach dem Klima – im Salzkammergut, zum Beispiel, fällt er mit dem Anfang der Regenperiode zusammen. Eine kluge Einrichtung, weil sich die Einheimischen dann zu schönerer Zeit, von Fremden ungestört, ihrer Erholung widmen können.

Schadchen – der Mann, an den man sich schließlich doch wenden muß.

Schmuck – Erzeugnisse aus goldähnlichem Metall und täuschend nachgeahmten Edelsteinen.

Schnurrbart – herrliche Manneszier, die ihre Farbe vom grauesten Grau bis zum grünlichen Schwarz oft in überraschend kurzer Zeit wechselt. Wenn die Wandlung vollzogen ist, färbt der Schnurrbart bei inniger Annäherung an eine fremde Kiefermuskulatur ab.