„Frau Rummel, diesmal – ich schwöre Ihnen – diesmal solls das allerallerletztemal gewesen sein. Ich habe beschlossen und werde es halten: ich bin solid. Mit zwanzig Mark in der Tasche – das ist doch nicht zuviel? – gehe ich vom Hause weg, werde abendessen – und in längstens zwei Stunden bin ich wieder da.“
„Wanns nur wahr is, Herr Zie... naa, Herr von Gehricke!“ entgegnete bekümmert die Wirtin.
„No, nacher schaun S’ mir halt zu!“ antwortete Gehricke – (seine Sprache hatte, wie man bemerken kann, durch langjährige Übung schon Lokalkolorit angenommen.) „Überzeugen S’ Ihnen selber!“ – Gehricke steckte ostentativ zwanzig Mark ein.
Und ging. In seine Stammbude ‚Zum Pfälzer.‘
Als er den Pfälzer gestärkt verließ – da wandelte ihn eine ganz, ganz kleine Schwäche an. Um ihrer Herr zu werden, würde es, meinte er, genügen, in der Torggelstube ein einziges Gläschen Cognac zu nehmen. – Er hat kein Geld? Nun, die Marie in der Torggelstube kennt ihn.
Und schon betrat er – leider – die Torggelstube. Er wandte sich an Marie mit den Worten:
„Ich komme vom Pfälzer.“
Über die tiefere Bedeutung dieser Einleitung soll später abgehandelt werden.
Die Nächte in München sind sehr windig – der Wind bringt die besten Vorsätze ins Schwanken; daher der Stadtname München: vom altgriechischen mynomai = vorschützen, zaudern. – Die Rauhheit des Klimas wieder erklärt den gesteigerten Schnapskonsum.
Und als Gehricke gegen elf – nun schon ausgeglichenern Gemüts – das Lokal wechselte, lautete sein Gruß in der Odeonbar: