Paul Herman Hartwig, Schnockelchen
Kindergeschichten. Brosch. M. 1.–, geb. M. 2.–.
Einer gesunden Reform des Ehe- und Geschlechtslebens der Gegenwart sind folgende Werke gewidmet:
Wenn die Menschen reif zur Liebe werden.
Von Edward Carpenter. Einzig autorisierte deutsche Ausgabe. Aus dem Englischen übersetzt und eingeleitet von Karl Federn. Brosch. M. 3.–, geb. M. 4.–.
Während unsere moderne Erziehung meist mit einer scheuen Verschwiegenheit über die Fragen sexueller Natur und ihre heimlichen Abgründe hinwegzuleiten sucht, erörtert der Verfasser, frei von aller Ängstlichkeit und Prüderie, dieses für das Lebensglück jedes Einzelnen und für unsere gesamte Kultur so hochwichtige Problem. Mit dem ruhigen und vorurteilslosen Blick des Naturforschers vereinigt er den idealen Schwung des Propheten und sozialen Reformators. Die unhaltbaren und unreifen Zustände der Gegenwart unterzieht er einer tiefeindringenden Kritik und gewinnt aus ihnen die Fundamente einer neuen, höheren Weltanschauung, welche die Sinne nicht durch Askese und unsinnliches Idealisieren verkrüppeln läßt, sondern der Persönlichkeit ein freies Ausleben aller ihrer Kräfte und Fähigkeiten ermöglicht. »Nicht nur fort sollst Du Dich pflanzen, sondern hinauf«. Dieses Wort Nietzsches könnte man der Schrift als Motto voransetzen. Es ist eins von jenen Büchern, durch das der warme Hauch des Lebens weht, ein Grund- und Eckstein von jenem großen Bau der Zukunft, an welchem wir mitzuarbeiten alle berufen sind.
Das Geschlechtsleben in der deutschen Vergangenheit
Von Max Bauer. Brosch. M. 4.–, geb. M. 5.50.
Auf ein reiches und gewissenhaft geprüftes Quellenmaterial gestützt, entwirft der Verfasser ein anschauliches Bild von den sexuellen Lebensgewohnheiten und Sitten unserer Vorfahren. Die naive Derbheit und Sinnlichkeit des mittelalterlichen Menschen mit ihren oft grotesken Äußerungen der Lebensbejahung ist hier ebenso anziehend wie historisch treu wiedergegeben. Keine Seite des geschlechtlichen Lebens, des legitimen, wie des illegitimen, bleibt unaufgehellt. Die Schrift bietet nicht nur dem Kulturhistoriker von Fach viel Interessantes, sondern ist, trotz ihres wissenschaftlichen Charakters, auch für jeden Laien lesenswert.