Nicht nur denen, die Wert auf außerordentlich spannende Lektüre legen, sondern auch insbesondere für alle diejenigen, welche für die gerade in unseren Tagen soviel besprochenen Themata des Spiritismus, der Suggestion, der Gebetsheilung, der Seelenwanderung etc. Interesse haben, seien die folgenden belletristischen Novitäten auf das Angelegentlichste empfohlen:
Victor Blüthgen, Die Spiritisten. Roman. Preis brosch. M. 3,–, geb. M. 4,–.
»In seinem neuen Roman »Die Spiritisten« zeichnet Victor Blüthgen mit jener Mischung von köstlichem Humor und herzwarmem Ernst, der ihm eigen ist, einen Kreis von interessanten Personen, die sich in den Spiritismus vertiefen und schildert sie in den verschiedensten Stellungnahmen zum spiritistischen Problem. Besonders sind die Abschnitte, in denen Blüthgen den Wahn einer Befruchtung aus der vierten Dimension darstellt, von aktuellstem Reiz. Dem Dichter standen die weitgehendsten praktischen Studien auf dem problematischen Gebiet zur Verfügung. In den Tagen des Prozesses einer Anna Rothe, unter den Sensationen der Gebetsheilung dürfte sich ein solches Werk des allgemeinen Interesses erfreuen.«
Berliner Börsenzeitung.
C. Eysell-Kilburger (Frau Victor Blüthgen), Klänge aus einem Jenseits. Ein Mysterium. Preis brosch. M. 3,–, geb. 4,–.
Dilettanten des Lasters. Roman. Preis brosch. M. 3,–, geb. M. 4,–.
Der Roman, ein Beitrag zur Frauenfrage, spielt in einem kleinen Kreise jener auf geistigem Gebiete erwerbenden Mädchen, die Berlin an sich zieht: Musikerinnen, Malerinnen, Kunstgewerblerinnen, Schriftstellerinnen, die statt auf den Mann zu warten, ihr Schicksal in Ringen und Entbehren selbst in die Hand nehmen. Stolz auf ihre Selbständigkeit, geben sie vor, den Mann entbehren zu können, während sie innerlich mit allen Fibern nach ihm verlangen, weniger aus Temperament, als aus der großen Mädchenneugierde heraus. Sie kokettieren mit der Bohême, machen sich deren Allüren zu eigen, aber sie sind zu anständig, um über heimliche Wünsche, allenfalls Naschen und Nippen hinauszukommen, sind nichts weiter als Dilettanten des Lasters. Und eine und die andere wagt doch einmal zu viel, man beneidet sie und ergreift mit Feuer ihre Partei. Gerade die Heldin, die Vornehmste, innerlich Keuscheste unter allen wagt den letzten, gefährlichen Schritt, wird zum Opfer und bringt es doch nicht fertig, konsequent zu bleiben. Der ganze Roman bietet auch in der Handlung ein aufgegriffenes Stück Leben von ergreifendem Ausklang.
Brünner Morgenpost.
Bertha Saturny, Sein Wille. Eine Erzählung im Zeitalter der Suggestion. Preis brosch. M. 2,50, geb. M. 3,50.