Ihre Wangen färbten sich mit einem lebhafteren Rot und ihr Gesicht belebte sich mit einem Ausdruck des Trotzes. Sie strebte ihre Hand mit Gewalt loszureißen. Elmenreich, der sich in diesem Ringen auch ihrer zweiten Hand bemächtigt hatte, stand dicht an sie gepreßt. Es sah beinahe aus, als wollte er sie im nächsten Augenblick in seine Arme schließen.

»Ein hinreißendes Weib!« murmelte Dr. Kranich neben mir. Er richtete sich aus seiner nachlässigen, gelangweilten Stellung auf und verfolgte mit einem seltsamen Lächeln das Schauspiel. Dann erhob er sich, immer den Blick unverwandt auf die beiden Ringenden geheftet, gleichsam fasziniert.

»Tiens!« sagte er nähertretend, aber ohne sich einzumischen, »Elmenreich, sind Sie auch ein Anhänger der Theorie, daß der Biceps am meisten Ueberredung gegenüber den Damen besitzt?«

Elmenreich lachte nervös auf und gab Eugenie frei.

Schmollend betrachtete sie ihre Handgelenke, auf denen seine Finger rote Streifen zurückgelassen hatten.

»Da! Sehen Sie nur, was Sie gemacht haben, Unhold –« und schon klang in ihrer Stimme wieder eine Nuance des Entgegenkommens.

Elmenreich ergriff die Hände, die sie ihm hinhielt, und küßte die roten Streifen.

»Ja, ein Unhold«, sagte er mit einiger Bewegung. »Aber wenigstens kein Mensch des Mißbrauchs – und vielleicht werden Sie eines Tages begreifen, was das heißt.« Dann kehrte er sich um und verschwand in den Wald.

*

Inzwischen kriecht Pipin auf allen Vieren im Gras herum und sucht das Augenglas. Jetzt hat er es glücklich entdeckt; der Meister nimmt es, putzt es, setzt es wieder auf.