So dringen von allen Seiten her Forderungen auf uns ein, denen wir ohne eine Selbstvertiefung und ein Ergreifen innerer Zusammenhänge unmöglich entsprechen können. Zu einem glücklichen Fortgang bedarf es vor allem voller Wahrhaftigkeit und Selbständigkeit, damit ursprüngliches Leben in uns entstehen könne; entsteht es aber, so wird es mit seiner Weltüberlegenheit uns auch den Mut und die Kraft verleihen, das als notwendig Erfaßte gegen allen Widerstand durchzusetzen und allen Schein als bloßen Schein zu entlarven.

So ergab sich durchgängig eine große Unfertigkeit als dem deutschen Leben eigentümlich. Das ist ein Nachteil, gewiß; aber es ist auch ein nicht geringer Vorteil. Denn daß wir so viele noch zu lösende Probleme in uns tragen, das zeigt, daß wir uns noch keineswegs ausgelebt haben, sondern uns noch im Werden befinden und noch weiter wachsen können, daß wir trotz einzelner greisenhafter Züge im Kern noch ein jugendliches Volk sind. So werden wir auch, wenn wir auf eine glückliche Zukunft unseres Volkes hoffen, dabei vornehmlich auf unsere Jugend vertrauen. Sie hat in diesem gewaltigen Kriege in harten Kämpfen wie in ausdauerndem Ertragen eine herrliche Kraft und Gesinnung erwiesen; überträgt sie das in das Werk des Friedens, das vor uns liegt, so dürfen wir hoffen, daß sie sich auch den inneren Aufgaben gewachsen zeigen und durch mutige Arbeit an den großen Fragen unseren Glauben an den Sinn und Wert des menschlichen Lebens stärken wird.


[Sachregister.]

Altertum, sein Lebensgefüge [110].
Arbeit, Kern des modernen Lebens [18];
ihr emporbildendes Wirken [101];
ihre Größe und ihre Gefahren [146], [154].
Arbeit und Schaffen [55] ff., [58].
Arbeit und Seele, ihr Zusammentreffen im deutschen Wesen [163].

Berlinismus, seine Gefahr [165].
Beruf, seine Bedeutung und Wirkung [101].
Bildung, ihre Bedeutung und ihre Schranke [13].
Böses, seine Tatsächlichkeit [115] ff.;
Arten seiner Überwindung [119] ff., [140].

Christentum [111], [122];
Forderungen dafür [129];
sein Verhalten zur deutschen Art [162];
überragende Bedeutung Jesu für das Christentum [128].
Christlicher und stoischer Lebenstypus [119] ff.

Dasein und Tatwelt, ihr Verhältnis [86] ff.
Denken, seine Bedeutung für das Leben [51] ff., [65] ff.
Deutsche Art, ihre Größe und ihre Verwicklungen [161] ff.
Deutscher Lebensstil, Forderungen dafür [161] ff.
Ding an sich, Grenze dieses Begriffes [63], [156].

Einsamkeit, Gefahr und Überwindung [44], [149], [155].
Einzelgeschick und Gesamtgeschick [76] ff.
Entwicklung, ihre Schranke [73] ff.
Erbsünde, abgelehnt [115] ff.
Erfahrung, ihre Unentbehrlichkeit [87] ff.
Erziehendes Wirken des Lebens [100].
Erziehung, ihre Weltanschauung [109].

Festigkeit des Lebens, wie erreichbar [83] ff.
Form und Stoff [90].
Fortschritt, Problem des moralischen Fortschritts [118] ff.
Freiheit und Schicksal [153].
Freiheit des Handelns, ihre Notwendigkeit und ihre Möglichkeit [72].
Freundschaft, ihr emporbildendes Wirken [100] ff.