Atemlos, lachend und aufkreischend, rasten sie hin und her. Jetzt streckte er die Hand nach ihren flatternden Locken, und sie fiel ihm in die Arme. Mit dem letzten Sprung waren sie gegen Moritz Lachner geprallt.

»Was fällt dir ein?« wütete Laurenz Terbroich und ballte die Faust. »Bist du denn so dickfellig, daß du nicht merkst, daß wir dich nicht haben wollen? Scher dich in euren Laden! Da kannst du deinem Alten helfen, Hasenfelle verkaufen.«

»Jawohl, geh nach Haus,« echote zornig die Kleine.

Moritz Lachners Augen irrten vom einen zum andern, unablässig von einem zum andern. Zum ersten Male kam ihm die Erkenntnis von der Grausamkeit der Kinderseele. Ihm war grenzenlos elend zu Sinn.

»Was stehst du noch?« schnaubte der Patrizierjunge.

»Ja, was stehst du noch?« zürnte die Kleine.

»Der Klaus,« stotterte Moritz, »der alte Klaus hat mich hergeschickt. Damit dir nichts passiert, Carmen.«

»Sag dem Klaus,« höhnte Laurenz, »er solle sich um seine Nase kümmern, damit sie nicht windschief wird.«

»Ja, sag ihm das!« jubelte die Kleine.

Moritz Lachner zog tief die Luft durch die Nasenflügel. Seine Augen suchten unruhig am Boden. Er rang mit einem Entschluß und fand die Worte nicht. Dann trat er vor und faßte der kleinen Carmen Hand.