Nun hatte auch Terbroich seinen Stuhl in den Kreis geschoben. »Der Herr Doktor ist deshalb expreß von Rom gekommen.«
»Hät hä ding ärm Seel losbete müsse? Dann is die nächste Rund’ beim Herrn Terbroich.«
Terbroich protestierte. Aber man hatte den Auftrag bereits erteilt.
»Jetzt wird mir wieder heimatlich,« sagte Otten. »Daß man das draußen vergessen kann.«
»Aber wir haben den Herrn Doktor Otten nicht vergessen.«
»Der Prophet gilt sonst nicht viel im Vaterland. Wer einen als dummen Jungen gekannt hat, hält es später für unter seiner Würde, sich von dem Bild loszureißen. Daher tragen so viele Künstler ein getrübtes Heimatserinnern mit sich herum.«
»Das mag anderwärts wahr sein, Herr Doktor. Aber wir Kölner sind immer noch stolz auf unsere Künstler gewesen. Und um Ihnen das zu beweisen, fordere ich die hier anwesenden Herren auf, ihr Glas zu erheben und mit mir einzustimmen in den Ruf: Uns’ Jupp — der Herr Doktor Joseph Otten — soll leben: hoch!«
Der Hochruf brauste über den Tisch, wurde an anderen Tischen aufgefangen, weitergegeben, und ein paar Sekunden lang erhob sich selbst die phlegmatische Wirtin verwundert von ihrem Thron.
»Nun singen wir,« rief ein Begeisterter — —
Da winkte die Wirtin kühl ab.