Da gab der Gott das Auge zum Pfand und gewann Mimir zum Freunde. Und Mimir schöpfte mit Wodans Auge die Tropfen aus der tiefsten Tiefe, und sie saßen beieinander und raunten miteinander manche Nacht.
Einäugig kehrte Wodan gen Asgard zurück. Aus Liebe zu seiner Schöpfung, aus Liebe zu den Göttern und Menschen hatte er sein Auge dargebracht. Denn nun war der Allweise allwissend geworden.
»… und trank mit ihr aus einer Schale …«
Oft wandelte er in Asgard zum Wohnsitz der Saga, der ernstgerichteten Göttin, und trank mit ihr aus einer Schale und besprach mit ihr feierliche Dinge, die wie Gesang waren aus tiefen Brunnen. Und die Saga ritzte sie in heilige Zauberrunen, während die Götter und Göttinnen draußen über die blumigen Wiesen jagten und sich in Liebe fanden, an festlichen Tafeln saßen und sich mit Kränzen schmückten und dem funkelnden Goldgeschmeide.
Kinderselig hallte das Lachen über Asgards Wiesen, durch Asgards Hallen.
Wodans Ohr hörte es wohl. Sein Auge blickte sinnend.
Über Sagas Haar strich er und erhob sich.
»Sie sollen fröhlich sein. Lange, lange … Denn so lange die Götter schuldlos sind, sind sie unsterblich.«