Wie staunten die Götter über die Wunderwerke, über Sifs goldenes Haar, über Wodans Todesspeer und über das zaubertätige Götterschiff. Mehr aber noch staunten sie über den Ring Draupnir, den Tröpfler, den der Zwerg Allvater Wodan zur Gabe brachte, über den rennenden Goldeber, den er dem Wohltäter Freyer verehrte, und am meisten über den Hammer Mjolnir, den Zermalmer, denn es fehlte ihnen an gewaltigen Waffen, denen der Feind nichts entgegenzusetzen wußte. Und Brock überantwortete den Hammer dem freudig zugreifenden Thor.

Und Thor sprach:

»Es ist der Hammer und der Mann, der hinter ihm steht, auf den es ankommt. Mag der Stiel nun lang oder kurz sein.«

Da fiel der Schiedsspruch der Götter zugunsten des Zwerges, und Loki legte sich auf das Handeln und bot allerlei Lösegeld, aber der erzürnte Zwerg beharrte auf seinem Preis.

»So hol dir den Kopf, du verkümmerter Gnom,« lachte Loki und entglitt dem Verhöhnten auf seinen Zauberschuhen in die Lüfte.

Thors Biedersinn empörte sich über Lokis Betrug. Er schirrte seine Böcke vor den Donnerwagen, den Zahnknisterer und den Zahnknirscher, und brauste hinter dem Flüchtenden her. Er holte ihn ein, zwang ihn in den Wagen und brachte ihn dem Zwerg.

»Halt,« rief Loki, als der Zwerg das Messer zog, um den erwetteten Kopf herunterzuschneiden, »nur der Kopf ist dein; schneidest du mir in den Hals, so gilt es dein Leben.«

Da lachten die Götter über Lokis gelungenen Scherz, daß die Halle erbebte. Der Zwerg stand betroffen. Ohne den Hals zu verletzen, vermochte er den Kopf nicht abzulösen. Aber er zitterte nach Genugtuung. Und da der Kopf sein war, ergriff er wütend eine Ahle und einen Riemen und nähte dem Lästerer Loki das böse Maul zu. Dann erst trollte er sich befriedigt.

Lange ließen die Götter Loki mit vernähtem Lästermaule laufen. Dann aber fehlte ihnen sein scharfer Witz wie sein kluger Rat, und sie zogen den Riemen heraus. Denn sie wußten sich in einer schweren Sache, die den Himmel bedrohte, nicht zu helfen.