Ein gellender Schrei unterbrach den Gesang: „Jesus, Maria, Mutter ist tot!“

Und gleich darauf erfolgte ein herzzerreißendes Weinen.

Die Frau mit dem Schal war auf die Knie gesunken, ihre Arme hielten das alte tote Mütterchen umfangen.

Und neben ihr kniete der junge Baske, und der Mann mit der Ziehharmonika und sie bekreuzten sich schluchzend.

Ein Haufen Männer und Frauen umdrängte die Gruppe. Viele Frauen waren niedergekniet, hielten die Hände vors Gesicht und jammerten laut; bald knieten alle Frauen. Das Jammern und Schreien griff um sich: der ganze große Haufe stimmte laut mit ein in die Totenklage.

Bleich und wortlos standen Carlos und Nicolás auf ihren Plätzen.

Erschreckt durch den Lärm spähte Herr Dr. Bürstenfeger vom Promenadendeck nach ihnen aus. Zugleich ertönte die Glocke zum Abendessen.

Carlos und Nicolás gingen rasch nach der ersten Klasse, die Blicke vom Haufen, der die Alte umgab, abgewandt.

Bei Tisch konnten sie keinen Bissen herunterbringen. Sie dachten an das alte Mütterchen; vor einer halben Stunde noch hatte sie lebend dagesessen mit gefalteten Händen, und nun war sie eine Tote.

Nachher hörten sie, wie der Herr mit der fahlen Glatze der Dame aus Patagonien erzählte, heute noch werde man die Leiche auf ein Brett geschnallt und in ein Segeltuch gewickelt ins Meer senken.