Robert Blake.
Robert Blake, 1599 in Bridgewater als Sohn eines wohlhabenden Kaufmanns geboren, übernahm nach kurzem Studium mit 26 Jahren das väterliche Geschäft, führte als Oberst in der republikanischen Armee mit Erfolg die Truppe seiner Heimat und wurde 1649 von Cromwell zum „General at Sea“ (mit Dean und Popham) ernannt. Verfolgt 1650 Prinz Ruperts königliche Schiffe bis ins Mittelmeer, zwingt 1651 die Kanalinseln (die Scillys und Jersey) zur Übergabe, kommandiert 1652–54 gegen Holland, bekämpft 1655 die Seeräuberstaaten Tunis und Algier, nimmt 1657 die spanische Silberflotte in Teneriffa unter den Kanonen von St. Cruz. Er stirbt auf der Rückreise 1657 und wird in Westminster begraben. Obgleich bis 1649 dem Seewesen fremd, wurde er einer der größten Seehelden Englands, fast immer siegreich auch den berühmtesten Admiralen gegenüber. Seine Angriffe auf die Küstenwerke — Kanalinseln, Tunis, Teneriffa — waren die ersten dieser Art, und die Flotten begannen nach seinen Erfolgen solche Befestigungen gering zu schätzen. Blake tat auch viel für die Vermehrung und die Organisation der Marine. Er war ein ernster, pflichttreuer Puritaner, nicht ehrgeizig, wohlwollend und fürsorglich für seine Untergebenen, ein beliebter Vorgesetzter.
Martin Tromp, der Ältere.
Bourne hatte 9 Schiffe, 7 Kriegsschiffe von 32–52 Kanonen und 2 kleinere Kauffahrer; Blakes Geschwader war 8 Kriegsschiffe von 36–64 Kanonen, 3 kleinere und einen Kauffahrer stark. Am 29. Mai sichtete Bourne eine holländische Flotte von 42 Fahrzeugen, die von der flandrischen Küste herüberkam. Zwei von ihr detachierte Schiffe kamen auf die Rhede, salutierten die englische Flagge und überbrachten vom holländischen Admiral Tromp die Nachricht, daß er nur durch das Wetter gezwungen sei, zur englischen Küste zu kommen, er habe nicht länger vor Dünkirchen liegen können. Bourne gab zur Antwort, Tromp könne die Harmlosigkeit seiner Absichten am besten durch schleunige Entfernung beweisen; gleich beim Sichten der Holländer hatte er „Klar zum Gefecht“ machen lassen und die Nachricht an Blake gesandt, daß er einen Angriff befürchte; nachts ließ er den Feind durch leichte Schiffe beobachten. Mittlerweile hatte Tromp vor Dover geankert, aber die Aufforderung (durch Schüsse) der Befestigung dort, die Flagge zu streichen, unberücksichtigt gelassen.
Martin Tromp, der Ältere, Sohn eines Seeoffiziers, 1597 in Brielle an der Maasmündung geboren, ging mit 9 Jahren zur See und wurde mit 11 Jahren von einem englischen Kaper gefangen, auf dem er 2½ Jahre dienen mußte. Er wurde mit[201] 21 Jahren Offizier, mit 23 Jahren Kapitän, 40 Jahre alt Admiralleutnant. Tüchtiger Seemann, unerschrockener Führer, vom Feinde gefürchtet, von den Untergebenen geliebt. Fällt am 10. August 1653 durch eine Gewehrkugel in der Schlacht bei Scheveningen. Er soll in 32 Schlachten und Gefechten siegreich gewesen sein; die wichtigste Tat war die Vernichtung der letzten spanischen Hochseeflotte unter d'Oquendo in den Downs 1639 (Seite [141]). In der Biographie seines Sohnes Cornelis „Vie de Tromp“ auch Näheres über ihn z. B. Seite [155].
Da der Wind NO. war, so erhielt Blake die Meldung bald. Er lichtete sofort Anker und kreuzte nach Osten auf, gleichzeitig sandte er Befehl an Bourne, ihm entgegenzukommen, woraufhin dieser am 29. Mai gegen Mittag ankerauf ging. Zu derselben Zeit verließ Tromp, als er Blake sichtete, seinen Ankerplatz und steuerte nach Calais hinüber; nachdem er jedoch mit einem von Westen kommenden holländischen Schiffe gesprochen, halste er plötzlich und hielt auf Blakes Geschwader ab.
Als sich die beiden Flaggschiffe, englisch „James“ (48 Kanonen), holländisch „Brederode“ (56 Kanonen) etwa querab von Folkestone einander näherten, feuerte Blake als Aufforderung, die Flagge zu streichen, nacheinander drei Schuß, aber ohne Erfolg. Im Gegenteil, auf den dritten Schuß antwortete Tromp mit einer Breitseite, die vom „James“ prompt erwidert wurde. In das so entstandene Gefecht griffen die nächsten Schiffe sofort ein; es war aber ein Kampf ohne jede taktische Anlage. Als Tromp seinen Kurs auf die englische Flotte nahm, hatte er sich mitten durch seine Schiffe fahrend an die Spitze gesetzt, ohne Innehaltung einer Ordnung folgten die Seinigen; von der englischen Flotte anderseits waren verschiedene Schiffe weit in Lee und kamen erst nach und nach auf. Die Spitzen stießen aufeinander; die Holländer würden mit ihrer Überzahl die Schiffe der englischen Spitze erdrückt haben, wenn nicht fast gleichzeitig Bournes Geschwader herangekommen wäre und den wirren Haufen der holländischen Schiffe seitlich hinten angegriffen hätte. Heiß wurde gefochten, englische Küstenfischer gingen während des Gefechts an Bord der Schiffe und halfen bei der Bedienung der Geschütze; erst die hereinbrechende Dunkelheit trennte die Gegner. Die Engländer sammelten sich vor Hythe, besserten ihre Beschädigungen aus und segelten dann nach den Downs, Tromp steuerte am anderen Morgen zur französischen Küste hinüber.