Die englische Marine besaß zu Ende der Regierung Elisabeths 1603 aber doch schon 2 Schiffe zu 1000 tons und 500 Mann, 3 zu 900 tons und 400 bis 500 Mann, 3 zu 800 tons und 400 Mann, 2 zu 700 tons und 300–350 Mann mit 34–38 schweren Geschützen — „schwere“ immer noch vom 3-Pfünder an gerechnet — und bis zu 30 leichten, ferner 8 Schiffe zu 500–600 tons und 250 Mann mit 26–36 schweren und bis zu 24 leichten Geschützen in einer Gesamtzahl von 42 Kriegsschiffen. Die Fahrzeuge werden von 700 tons aufwärts zwei Batterien gehabt haben.

Während der zweiten Hälfte des 16. Jahrh. wurden Verbesserungen eingeführt, welche die Segel- und Seefähigkeit erhöhten. Die Takelage wurde wesentlich verbessert: Mars- und Bramsegel wurden größer, die Stängen zum Streichen eingerichtet; Leesegel traten auf, und auf der Spitze des Bugspriets erschien ein kleiner Mast mit Raasegel; der Besahnsmast erhielt Raasegel über dem untersten großen Lateinsegel; der vierte Mast fiel auch auf den größten Schiffen weg, da er infolge Änderung des Schiffskörpers entbehrlich geworden war.

Mit der zunehmenden Verwendung schwererer Geschütze nahm die Zahl der leichteren ab, wie aus den Angaben für 1603 zu ersehen ist; die schwereren wurden immer mehr im Schiffsrumpf aufgestellt. Es verschwinden die mehretagigen und vorspringenden Kastelle, sie gehen als Back (Vordeck, fore castle) und Halbdeck (Achterdeck, quarterdeck) in den Schiffskörper über. Vordeck und Halbdeck bleiben armiert und überdecken, wie es früher die Kastelle taten, die Batterie des Hauptdecks bis auf den Teil zwischen Fock- und Großmast. Das Heck bleibt noch hoch, da achtern auf dem Halbdeck meistens eine Kampagne zu Unterkunftszwecken erbaut wird; nur auf deren Deck und zuweilen auf einem schwachen über der Back führt man noch ganz leichte Geschütze. Später werden dann oft Vordeck und Halbdeck an den Schiffsseiten miteinander verbunden, um den Verkehr von vorn nach hinten sowie die Bedienung der Takelage zu erleichtern. So entsteht ein volles neues Deck, das Oberdeck (upperdeck) und deckt die Batterie des Hauptdeckes völlig ein; auf ihm lagern vor dem Großmaste mittschiffs die großen Boote und die Reserverundhölzer. Das bisher tief liegende zweite Batteriedeck wird höher gelegt, und gegen das Ende des Zeitabschnittes erscheint bei den größten Schiffen ein drittes Batteriedeck (lower deck), das zweite wird dadurch zum Mitteldecke (middle deck).[41]

Englisches Kriegsschiff „The Royal Prince“.

Als Beispiele für diese Entwicklung dienen wieder zwei hervorragende Bauten: „Royal Prince“ 1610 vom Stapel und „Royal Sovereign“ 1637; in ihnen sehen wir die nahezu fertigen Typen der sogenannten Zweidecker und Dreidecker, die fast zwei Jahrhunderte hindurch die Schlachtschiffe — Linienschiffe — bildeten.

„Royal Prince“: 1187 tons, Kiellänge 115', Breite 43', Tiefe 16', 500 Mann, 55 Geschütze in zwei gedeckten Batterien und auf dem Halbdeck.

„Royal Sovereign“ (eigentlich „Sovereign of the Seas“); 1683 tons, Kiel 167', Länge über alles 167¾', Breite 48-1/3', Tiefe 19-1/3', 600 Mann, nominell 100 Geschütze folgendermaßen aufgestellt: