Englisches Kriegsschiff „The Sovereign of the Seas“.

Im Anfang des nächsten Zeitabschnittes baute man in England noch kleinere Schiffe, bis zu 20 Kanonen hinunter, als Zweidecker. In Holland scheint man mit dem Bau von Zweideckern, wie überhaupt mit dem größerer Kriegsschiffe erst später vorgegangen zu sein, nämlich während des ersten englisch-holländischen Krieges. 1639 befand sich in Tromps Flotte nur ein Zweidecker, ebenso wahrscheinlich noch 1652.

Schiffe mit 30–40 Kanonen hatten bei ihnen nur eine Batterie und das armierte Oberdeck; dasselbe müssen wir von den größeren Kauffahrern annehmen, die von beiden Nationen in ihre Flotten eingestellt wurden.

So trennt sich der Bau der Kriegsschiffe wesentlich von dem der Kauffahrer, indem das Innere des Schiffes zur Aufstellung der Hauptwaffe in Anspruch genommen wird und für Ladung verloren geht.

Gleichzeitig begann sich auch ein System auszubilden, das nach der Größe des Schiffes (Kanonenzahl) für jedes Deck Anzahl und Kaliber, dieses gleichmäßig in jeder Batterie, festsetzte. Damit war für jedes Schiff der Gefechtswert gegeben; man begann hiernach die Schiffe in Klassen einzuteilen und zu erbauen.

Während man in älteren Zeiten die Kriegsschiffe nach der Schiffsart bezeichnete — eine Einteilung von 1576 führt z. B. in England ships, galeasses, pynasses, roobarges auf —, findet man eine Einteilung nach der Kraft der Schiffe zuerst in England um 1618. Man beschloß in diesem Jahre, eine Flotte zu halten von:

4Ships Royalzu800–1200tons
12Great ships600–800
6Middling ships450
2Small Ships350
4Pinnaces80–250

Der Bestand um 1624 entsprach auch ungefähr diesem Beschlusse, wenn auch die Klassengrenzen, wohl infolge alter Bestände, nicht genau innegehalten waren und auch bei Neubauten vorläufig nicht genau innegehalten wurden.

Auch für Frankreich kennen wir aus dieser Zeit eine Einteilung der Schiffe nach Klassen; sie ist sogar schon genauer. Hier sind jetzt schon Anleitungen für Anzahl und Kaliber der Geschütze auf den verschiedenen Schiffsklassen vorhanden (Troude, Teil I, Introduction).