„Qui vivra, verra! Meine Mission bei Ihnen ist erfüllt!“
„Soll ich mir denn einbilden, daß Sie eigens nach Wiesbaden gekommen sind, um mir Ihre Staatsgeheimnisse zu verraten?“
„Natürlich bin ich Ihretwegen hierher gekommen!“
Inge Tillesen machte große Augen.
„Ihr Vater kann mir doch nicht helfen!“ sagte er. „Das wußte ich vorher! C’était une farce! Ich bin und bleibe schlaflos. Aber Sie wollte ich sehen und sprechen! Das will ich immerwährend! Seit Moskau!“
Nun begriff sie auf einmal: Um Gotteswillen! Der Mensch ist in Dich verliebt. Wahnsinnig verliebt. Diese Erkenntnis gab ihr einen solchen Schrecken, daß sie sich umdrehte, ihn stehen ließ, mehr davonlief als ging. Erst nach Hunderten von Schritten kam sie auf der Wilhelmstraße zu sich.
„Halt, Fräulein Inge! Wo brennt’s denn?“
Sie blieb stehen. Vor ihr war der General Isebrink.
„Ja — Sie haben immer zu tun!“ sagte er. „Bei Euch Tillesens — da jagen sich die Feste. Mein Haus ist wieder still. Mein Paulchen weg! ’runter in die Türkei!“
„Er ist doch nicht schon unterwegs?“