Von den wie Ameisenhaufen von Menschen wimmelnden, gleich riesigen Bügeleisen im Wasser liegenden Britenpanzern winkte man herüber. Die Yacht fuhr am „Georg V.“ vorbei, der die Flagge des Deutschen Kaisers als Großadmirals der englischen Flotte gesetzt hatte, am „Centurion“. Auf einem der nächsten Ungetüme hielt ein Offizier die Hände an den Mund, um seine Stimme zu verstärken.

„Halloah — was für ein Schiff, Gratwick?“

„Audacious!“

Seiner britischen Majestät Dreadnought „Audacious“! Man musterte ihn sachverständig. Und was meldete der Gentleman drüben? Er wiederholte es. Ein Sturm der Entrüstung. Oh — poor old Lord Brassey!

„Was ist denn geschehen?“ frug Hannah Higgins trocken.

Oh — es war schimpflich! Die Deutschen hatten den Earl verhaften wollen, weil er in einem kleinen Nachen allein zur Dämmerzeit in den verbotensten Gewässern der Kaiserlichen Werft herumruderte.

„Na — da hat er eben umsonst zu spionieren versucht!“

Stummes Entsetzen rings um Mrs. Higgins. Strafende Blicke, auch von ihrem Mann. Es war peinlich, derlei zu hören! Seine Herrlichkeit und spionieren! Ein Mann, der auf seiner Yacht ‚Sunbeam‘ der Auszeichnung eines Besuches des Kaisers gewürdigt wurde! Und außerdem — man hatte doch genug andere Augen mit nach Kiel gebracht. Der kleine Hobson verriet es:

„Auf jedem Schiff sind ein paar mehr, als wir zeigen! Damit sie ungestört spazieren gehen können — verstehen Sie? Es ist eine liebliche Gegend! Was, Mr. Turner?“

Der blonde Reverend, den sie mit an Bord hatten, starrte, ohne zu antworten oder sich zu rühren, nach dem Ufer. Seit der Vorbeifahrt an Friedrichsort verschlang er stumm mit den Augen die Küste und holte sich mit dem Fernrohr jeden Hügel und jede Erdwölbung heran, um sie auf etwaige Panzerkuppelungen zu untersuchen. Im Vereinigten Königreich drüben konnte man den athletischen Gottesmann täglich in der Informations-Abteilung des Marinekriegsstabs als Hilfsarbeiter sehen. Man setzte dort in Whitehall große Hoffnungen auf den jungen Seeoffizier.