Jetzt hob der Professor den gelbsträhnigen Kopf.

„Was hilft das Reden! Gott liebt die Tat! Ehe das Korn von den Feldern ist, heben wir die Welt aus den Angeln!“

Ein Schweigen. Am Nebentisch nahmen Gäste Platz. Ein Herr und eine Dame. Nicolai Schjelting gähnte nervös.

„Vergeben Sie! Mein altes Übel — die Schlaflosigkeit ... die wache Nacht rächt sich! Kein Mittel hilft.“

„Nun, und jetzt eben ist doch hier über uns der deutsche Arzt...“

Plötzlich richtete sich Nicolai von Schjelting auf. Der Anfall von Müdigkeit war vorbei.

„Der Deutsche!... Das eben ist’s: wo ist der Deutsche bei uns nicht? Da: belieben Sie zu hören: der Alte am Tisch neben uns spricht Deutsch! Wie kommt er hierher in diese Gostinitza?... Wir dulden es! Wir dulden Alles! Unser Rubelkurs wird in Berlin gemacht. Unsere Hauptstadt trägt einen deutschen Namen...“

„Selbst unser Herrscherhaus kam aus Deutschland!“ sagte herantretend ein alter Herr mit hoher rechter Schulter, der mit seinem weißen Henriquatre wie ein stutzerhafter kleiner Marquis aussah. Schjelting reichte ihm im Sitzen flüchtig die Hand und sprach in einem weichen, reinen Französisch:

„Sie wissen, Knjäs: man nimmt Sie nicht ernst!“

Der Fürst Bulagin setzte sich und zwinkerte mit der trockenen Skepsis eines alten Parisers. Auch sein Französisch war wundervoll, so wie man es sonst nur noch am Louvre von den Schauspielern der Comédie Française hört.