„Da tritt kein Anderer für ihn ein!
Auf sich selber steht er da ganz allein!“
Und dann:
„Los, Isebrink!“
Paul Isebrink zog Inge an sich. Jetzt durften sich, auch vor den Leuten, Jeder und Jede küssen, zum Abschied, fast schon vor dem Feind. Endlich klatschte der lange Junggeselle mit dem Einglas oben ungeduldig in die Hände. Da drückte er ihr noch einmal die Hand und sprang mit einem Turnersatz in den schon vollbesetzten Wagen.
„Also halt’ Dich bereit! Sowie eine Depesche kommt, los! In vierzehn Tagen ist Trauung!“
Sie nickte und lachte tapfer. Und ebenso die anderen Damen um sie. Vorn hallte die Doppelfanfare des Oberkommando-Rufs. Der Kraftwagen setzte sich in Bewegung und schoß durch die menschenwimmelnden Straßen, durch Hüteschwenken und Zurufe hinaus in die Nacht, dem Osten zu...
Die Damen waren eine Weile ganz still, wie betäubt. Sie hatten noch das Abschiedlachen auf den Lippen und feuchte Augen. Es war so plötzlich gegangen. Nun war auf einmal die große Leere da. Das Frösteln der Verlassenheit. Die Männer fort, die Verlobten, hinaus ins Unbekannte. Die Angst und Liebe und Stille in Einem. Und ringsherum wie bisher, die vaterländischen Weisen der Musik, Kellnergelaufe, Stimmengeschwirr an dicht besetzten Tischen.
Von einem dieser Tische, an dem nur zwei Herren saßen, flog ein Blick zu Inge Tillesen hinüber. Ihre noch nassen Augen trafen sich mit den großen, grauen dort drüben, weiteten sich in ungläubigem Zorn. Sie war auf einmal völlig bei sich. Eine rasche Röte lief über ihre Wangen.