Nicolai von Schjelting drehte mit einer hochfahrenden Bewegung den Kopf zur Seite.

„Gehen wir!“ sagte er. „Gott mag wissen, was das für Leute sind! Der Polizeiminister hat diesen Aufzug bestellt. Man hat die Fahnen geliefert. Die Schreier. Die wahre Stimmung ist anders. Wir haben sie studiert. Wir wissen die Ergebnisse der Wahlen in Deutschland. Wir kennen die Unzufriedenheit des Handarbeiters, die Mutlosigkeit der Intelligenz. Beide gingen bisher nebeneinander her. Nun werden sie sich gegen den Militarismus vermählen! Ah da ... sehen Sie: da stürmen sie die Kasernen der Garde.“

Vor den langen blumengeschmückten Fensterreihen des Leibregiments in der Türkenstraße drängten sich lärmende Haufen. Fast nur junge Männer. Viele in bloßem Kopf. Im Schurzfell. So, wie sie von der Arbeit kamen. Sie hoben die Hände. Pochten an die Tore. Riefen. Schutzmannshelme dazwischen. Nicolai Schjelting trat triumphierend näher. Er hörte, wie ein dicker Polizist beruhigend sagte.

„San S’ doch stad! Es kommt a Jeds dran! Morgen früh um Acht!“

„Ja — dös kennt ma! Nachher is wieder alles kumplett!“

„I steh’ seit heut Mittag und wart’, daß S’ mi nehme, bal Einer drin’ schlapp macht!“

„Da kannst nix machen! Es müssen ja net grad die Leiber sein! I fahr’ noch heut’ Nacht nach Nürnberg!“

„Hat’s dort Platz?“

„Dös glaabst!“

„Wart, i kumm mit!“