„Ob ich den Umsturz in Berlin miterlebt habe?...“ sagte er, immer halb geistesabwesend, „... oder wo sonst den allgemeinen Zusammenbruch Deutschlands?... Nichts davon... Es ist Alles anders, als man... Wozu davon reden...“
„Sie sehen so bleich aus wie die Heiligen in der Lawra. Waren Sie krank?“
„Ich war. In Kopenhagen warf mich auf der Reise hierher die Aufregung nieder. Vierzehn Tage lag ich. Dann fuhr ich über Schweden nach Finnland weiter.“
Sonst gab es in einer Gesellschaft, in der Schjelting war, sofort Leben. Widerspruch, erregte Gesichter, Stimmengeschwirr, wenn er die bunten Leuchtkugeln seiner Doktrinen steigen ließ. Jetzt schwieg er wieder und starrte vor sich hin.
„Gott gab uns die Zunge zum Reden!“ sagte der Stabsrittmeister Kudriascheff. „Wie ist’s? Meine Frau schickte mir englische Zeitungen aus Petrograd. Fanden Sie das überall in Deutschland, daß sich die Reservisten weigerten, einzurücken? Warum lachen Sie denn?“
„Nun — erlauben Sie mir doch zu lachen!“ sagte Nicolai von Schjelting.
„... daß die Krupp’schen Werke von den Arbeitern angezündet sind?“ forschte Fürst Donskoi.
„Schjelting lacht immer nur, dieser Spitzbube!“
„Er weiß mehr, als er verrät!“
„... daß Bayern seine Neutralität erklärt hat...?“ erkundigte sich der Generalarzt Professor Dr. Moskwin, der selbst seine wissenschaftlichen Kenntnisse München und Heidelberg verdankte.