„Freund Achilles, weißt du es?“

„Gallinas!“ antwortete der Dolmetscher. „Elefantenjäger. Sie treiben die umzingelte Herde bis an den versumpften See und stecken hinter ihnen das Gras in Brand. Die Tiere, vom Feuer auf das äußerste erschreckt, sind dann leichter zu töten.“

„Der Rauch kommt von Osten her,“ rief Franz. „Achilles, gibt es eine Stelle, von wo wir die Jagd mit ansehen könnten?“

„Aber, aber,“ wehrte Doktor Bolten, „kann man den Gallinas trauen?“

„Sie greifen uns wenigstens nicht an,“ versetzte der Dolmetscher.

Obgleich die Antwort etwas seltsam klang, war doch das Verlangen nach dem aufregenden Jagdgenuß zu groß, um lange Bedenken zu hegen. Achilles glitt voran, die übrigen folgten, und nach einer halben Stunde anstrengenden Marschierens war der Rand des Sumpfes erreicht. Ein unbewachsener, von Büffel- und Elefantenspuren bedeckter freier Platz, gedörrt fast durch die senkrecht fallenden Sonnenstrahlen, lehmfarbig und fahl, abstechend von der farbenprächtigen Umgebung, lag genau in der Mitte eines halbmondförmigen Sees, dessen trübe, grünliche Wellen ihn bis auf einen schmalen Zugang völlig einschlossen. Vor diesem Platz dehnte sich grasüberwuchert in den stechenden Sonnengluten eine kahle nur hier und da mit Reis oder Zuckerrohr bestandene Fläche.

Am jenseitigen Ufer lagerten unter den schattenspendenden Stammkolonien des in mehr als fünfzig Säulen aus einer Wurzel aufschießenden Dubabelbaumes unsere Freunde. Der Rauch schlug jetzt in hohen, blaugrauen Wellen über die Lichtung dahin, und zuweilen war es auch, als höre man fernes Donnern.

„Das sind die Elefanten,“ sagte Achilles, „sie kommen hierher, weil ihnen jeder andere Weg abgeschnitten wird. Hinein in den See wagen sie sich aber nicht, — die Gallinas machen sich ihre Furcht vor den Alligatoren zur Verbündeten.“

„Welche Waffen führen diese Leute?“ fragte Franz.

„Vergiftete Pfeile,“ antwortete der Dolmetscher. „Man trifft den Elefanten ins Auge, und er verendet sofort. Die Gallinas sind vortreffliche Schützen.“